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Thermische Sanierungsquote von 3 Prozent bringt 30.000 Jobs

Symbolbild Altbau
(c) Clemens Fabry
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Mit jeder Million Euro, die in die thermische Sanierung gesteckt wird, entstehen 14 Arbeitsplätze.

In der thermischen Sanierung von Altgebäuden steckt nicht nur großes Potenzial für den Klimaschutz, sondern auch für den Arbeitsmarkt: Würde man jährlich 3 Prozent der bestehenden Altbauten grundlegend thermisch sanieren, brächte dies rund 30.000 Jobs, geht aus einer Untersuchung des Wirtschaftsforschungsinstitutes (Wifo) gemeinsam mit KWI-Consulting hervor. Dafür müssten rund 2,2 Milliarden Euro in die Hand genommen werden, erläuterte Wifo-Umweltökonomin Angela Köppl.

Pro eingesetztem Euro ergibt sich in der thermischen Sanierung ein Multiplikatoreffekt von 1,5. Investiert man also rund 2,2 Milliarden Euro in die Instandsetzung, entstünde daraus ein Produktionswert von 3,3 Milliarden Euro, von dem vornehmlich Bauindustrie, Planung, Handel oder Zulieferer-Betriebe profitieren würden. Laut den Berechnungen brächte dies rund 30.000 Jobs (Vollzeitäquivalente). Anders ausgedrückt: Mit jeder Million Euro, die in die thermische Sanierung gesteckt wird, entstehen 14 Arbeitsplätze. Würde man zeitgleich mit der Sanierung noch die Heizung umstellen, brächte dies laut Wifo sogar einen Produktionswert von 4 Milliarden Euro bzw. fast 36.000 Vollzeitjobs.

Die zugrunde gelegten 3 Prozent Sanierungsquote sind unter anderem in der Klimastrategie vorgesehen und werden auch vom Wifo als realistische Größe bewertet. Dabei werden Häuser energetisch instand gesetzt, die zwischen 1900 und 1980 errichtet worden sind. Um die 3 Prozent zu erreichen, seien öffentliche Förderungen als Lenkungsinstrument sinnvoll, aber sicher nicht ausreichend, meinte Köppl. "Dahingehend wird es sicher auch private Investitionen brauchen." Zum Vergleich: Im Regierungsprogramm wurden 100 Mio. Euro als Anreiz für thermische Sanierungen in Aussicht gestellt.

Über 80 Prozent des österreichischen Gebäudebestandes sind Ein- und Zweifamilienhäuser, geht aus der Studie hervor. Diese haben grundsätzlich einen schlechteren energetischen Standard als größere Bauten, was unter anderem am ungünstigeren Verhältnis von Volumen zu Außenmauern liegt.

(APA)