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Strache sucht den Superkandidaten

Die FPÖ stellt sich für die Kärnten-Wahl neu auf. Gerüchte über BZÖ-ÖVP-Plattform werden dementiert.

FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache hatte die Spekulationen selbst angeheizt. „Ich bin überzeugt, dass wir mit einem sehr, sehr interessanten Kandidaten in die Kärntner Landtagswahl gehen werden“, hatte er in der ORF-Sendung „Hohes Haus“ angekündigt. Mit „sehr, sehr interessant“ kann einer jedenfalls nicht gemeint sein: der rustikal-biedere Kärntner FPÖ-Chef Franz Schwager, eigentlich schon seit dem Sommer als freiheitlicher Spitzenkandidat für die Wahl am 1. März 2009 fixiert.

Vor Kurzem hatte Strache in der Causa Kärnten Kontakt mit Mathias Reichhold aufgenommen. Doch der ehemalige Kurzzeit-FPÖ-Obmann ziert sich (noch). Auch bei Promis aus Sport und Entertainment wurde angeklopft: bei Büttenrednern vom Villacher Fasching und angeblich sogar bei Franz Klammer. Ebenfalls auf der FPÖ-Wunschliste: der frühere Klagenfurter BZÖ-Vizebürgermeister Mario Canori und der Klagenfurter Unternehmer Christof Neuner, ehemals Bundesrat der Freiheitlichen. Ganz gute Chancen werden Hans Rainer-Mente gegeben. Der Landwirt und Unternehmer stammt aus erzfreiheitlicher Familie, überwarf sich einst mit Jörg Haider,fand später wieder eine akzeptable Gesprächsbasis mit ihm, blieb jedoch der FPÖ treu. Die „Kleine Zeitung“ berichtete bereits von einem Abendessen am „Mente-Hof“ in St.Georgen am Längsee, an dem neben dem Hausherren auch FPÖ-Chef Strache, Generalsekretär Herbert Kickl und EU-Abgeordneter Andreas Mölzer teilnahmen. Im Gespräch mit der „Presse“ meint Rainer-Mente, dass dieser Besuch keine „Kandidatensuche“ gewesen sei, sondern die FPÖ-Führung nun stärker in Kontakt mit Wirtschaftstreibenden treten wolle. Rainer-Mente hatte unlängst auf seinem Grund einen Golfplatz anlegen lassen. Aber würde er den Spitzenkandidaten machen, wenn man es ihm offiziell antragen würde? „Sag niemals nie“, schmunzelt Rainer-Mente.

Eine definitive Entscheidung ist in der FPÖ noch nicht gefallen. Im BZÖ verfolgt man die blaue Personalsuche mit Amüsement. „Die werden ihren Spitzenkandidaten erst gefunden haben, wenn der halbe Wahlkampf schon vorbei ist“, lästert der orange Wahlkampfleiter Stefan Petzner.

Offiziell von ÖVP- und BZÖ-Seite dementiert werden Gerüchte, wonach es einen Plan einer gemeinsamen orange-schwarzen Kärnten-Plattform (und Kandidatenliste) für die Landtagswahl gegeben habe, um einen bürgerlichen Landeshauptmann und eine absolute Mehrheit zu sichern. Dass diesbezügliche Überlegungen in der Partei angestellt worden seien, wird von ÖVP-Insidern bestätigt. Es habe sich dabei allerdings nur um eine „Spintisiererei“ einiger Funktionäre gehandelt. Die Parteigremien seien damit nie befasst worden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.12.2008)

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