Bücher – bei uns

Jüngst wurde eine Studie publiziert, wonach unsere Volksschüler in Mathe und Naturwissenschaft voll durchschnittlich sind.

Nun gut: In Österreich gilt Normalität ja als Tugend, aber dennoch fand sich in der Studie ein niederschmetternder Punkt: 40 Prozent der Viertklässler sagen, es gebe bei ihnen daheim maximal 25 Bücher. Nochmal: 25! Bücher! In 40! Prozent! Der Haushalte! Nur jedes vierte Kind sagt, es stünden mehr als 100 herum. Klar, dass Kids aus buchfaulen Familien schwach abschneiden gegenüber solchen, bei denen nicht nur Gotteslob und Sparbuch als Bücher gelten. Das Schlimmste ist zu befürchten, was bei den Quasi-Analphabeten sonst noch als Buch gelten könnte: der Bauernkalender, etwa. Der Bildband von den Olympischen Spielen in Innsbruck 1964. Die jährliche Grand Prix Story von Heinz Prüller. Die Fotoalben (mit den Gegenlichtaufnahmen aus Caorle). Oder das Jahrbuch der Freiwilligen Feuerwehr. Den „Schatz im Silbersee“ kann man aber gelten lassen; den soll auch ein Landeshauptmann angeblich als einziges Buch ganz gelesen haben. Und der hat's auch zu was gebracht. Bei uns. wg


pizzicato@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.12.2008)

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