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Bertelsmann-Tochter übernimmt Brockhaus

Brockhaus
(c) REUTERS (KAI PFAFFENBACH)
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Arvato, eine Tochter des Medienkonzerns Bertelsmann, kauft die Rechte an der Marke und an den Inhalten der Enzyklopädie Brockhaus. Künftig soll das Lexikon in Buchform und elektronisch erscheinen.

Doch kein Ende für den Brockhaus in Buchform: Die traditionsreiche Enzyklopädie erscheint künftig bei Europas größtem Medienkonzern Bertelsmann. Die Bertelsmann-Dienstleistungstochter Arvato übernehme voraussichtlich zum 1. Februar 2009 die Rechte an der Marke Brockhaus einschließlich der Inhalte und Bestände der "Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG", teilte Arvato am Mittwoch in Gütersloh mit.

Die Pläne, die Brockhaus-Inhalte künftig nur noch im Internet zu vermarkten, sind damit vom Tisch. "Sowohl gedruckte Lexika als auch Online-Enzyklopädien haben ihren festen Platz in der Zukunft", sagte der Geschäftsführer der Arvato-Tochter "wissenmedia", Christoph Hünermann. Brockhaus-Nachschlagewerke und auch ein "Großwerk" werde es weiter im Handel geben, außerdem sollten sie international angeboten werden. "Die Marke Brockhaus hat Strahlkraft über die Grenzen hinaus." Noch nicht entschieden sei jedoch, ob es eine 22. Auflage der Enzyklopädie geben werde.

Preis unbekannt

Mit der Übernahme stelle die "wissenmedia" den Fortbestand der Verlagsmarke Brockhaus sicher, die mit einem Bekanntheitsgrad von mehr als 93 Prozent zu den populärsten in Deutschland zähle. Über den Preis wurde nichts bekannt. Die Wettbewerbsbehörden müssen noch zustimmen.

Mit den Brockhaus-Inhalten sollten künftig Produkte für unterschiedliche Kundengruppen entstehen. "In dem Bereich Wissen-Nachschlagen-Lernen tut sich eine ganze Menge", erklärte Hünermann. Ein Brockhaus-Lexikon im Internet sei aber nicht geplant, denn "wissenmedia" habe mit wissen.de bereits ein erfolgreiches Angebot.

Verluste von 6,5 Millionen

Der Brockhaus-Verlag hatte im vergangenen Jahr Millionenverluste geschrieben. Der Geschäftsbericht der Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG hatte für 2007 ein Minus von knapp 6,5 Millionen Euro ausgewiesen. Die wissenmedia GmbH zählt den Angaben zufolge mit den Marken Bertelsmann Lexikon, Wahrig, Chronik und Atlantica zu den führenden Wissensverlagen in Europa.

 

(Ag.)