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Madoff-Skandal: Kunden in Österreich zittern weiter

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(c) REUTERS (SHANNON STAPLETON)
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Vom mutmaßlichen Betrugsfall in Milliardenhöhe könnten weitere Kunden heimischer Privatbanken betroffen sein. So sind Kunden einer RZB-Tochter mit bis zu 800.000 Euro investiert.

Weitere Kunden österreichischer Privatbanken könnten in geringem Ausmaß von dem mutmaßlichen Betrugsfall um den US-Finanzzampano Bernard Madoff betroffen sein. Eine Stiftung habe einen Fonds der Kapitalanlagegesellschaft der Bank Gutmann gekauft, der zu etwas über zehn Prozent in Madoff-Fonds investiert habe, sagte Bank-Gutmann-Chef Rudolf Stahl zur APA. Das Gesamtvolumen des Großanlegerfonds betrage "um einiges weniger als 10 Mio. Euro".

Die Bank Gutmann sei ausschließlich für die Abwicklung zuständig gewesen, ein externer Investmentmanager habe den Fonds verwaltet, so Stahl. Fonds und Manager seien erst vor einigen Monaten von der Constantia Privatbank an die Bank Gutmann übertragen worden. Den Manager habe sich der Stiftungsvorstand ausgesucht.

RZB-Tochter Kathrein & Co involviert

Auch ein paar Kunden der RZB-Tochter Kathrein & Co. dürften für 700.000 bis 800.000 Euro Madoff-Produkte gekauft haben. "Ich kann nicht ausschließen, dass es den ein oder anderen Primeo-Fonds im Depot gegeben hat", meinte Kathrein-Bank-Chef Christoph Kraus auf APA-Anfrage. Die Summe sei nicht genau bekannt, die Größenordnung von 700.000 bis 800.000 Euro "könnte stimmen". Die Kathrein-Bank habe es "peinlichst gemieden", Primeo- oder Herald-Fonds anzubieten oder zu empfehlen, betonte Kraus. Die Performance dieser Produkte sei "zu gut" gewesen "für die Erklärung, die wir bekommen haben".

Die zur Bank Austria gehörende Schoellerbank ist laut Eigenangaben in keiner Weise in die Causa Madoff involviert. Das Finanzhaus habe ohnehin "null Hedgefonds-Exposure", hieß es zur APA.

Bei der Bank Medici gab man sich am Donnerstag schweigsam. Am Freitag tagt der Aufsichtsrat des zu einem Viertel der Bank Austria gehörenden Instituts. Die Bank Medici hat wie berichtet zwei mittlerweile ausgesetzte Herald-Fonds mit einem Gesamtvolumen von 2,1 Mrd. Dollar emittiert und ist nun in Gesprächen mit der Depotbank HSBC. Informierten Kreisen zufolge könnte der Fall Madoff die Wiener Nobelbank sogar in Schieflage bringen. Vorstand Peter Scheithauer hatte vor zwei Tagen betont, heuer auch bei einem Totalausfall schwarze Zahlen zu schreiben. Den größten Teil der Herald-Fonds verkaufte die Medici Bank an institutionelle Anleger im Ausland.

(Ag./Red.)