Die US-Autobank GMAC wird eine normale Geschäftsbank. So kann sie auf das US-Rettungspaket zugreifen. Die GMAC vergab günstige Kredite für GM- und Chrysler-Kunden.
Die amerikanische Autobank "General Motors Acceptance Corp. (GMAC)" wird eine Geschäftsbank und verschafft sich so Zugang zum US-Rettungspaket für die Finanzbranche. Die US-Notenbank Fed stimmte am Mittwoch wegen "ungewöhnlicher und dringender Gegebenheiten" der Umwandlung des Hypotheken- und Autokreditgebers in eine Geschäftsbank zu. GMAC gehört den angeschlagenen US-Autobauern General Motors und Chrysler, die durch günstige Kredite in der Vergangenheit den Verkauf ihrer Fahrzeugen angekurbelt haben. Beide Hersteller müssen im Rahmen der Umwandlung ihren Anteil an GMAC herunterfahren.
Zugriff auf den 700 Milliarden-Topf
Durch die Umwandlung zur Geschäftsbank hat GMAC die Möglichkeit, an dem 700 Milliarden Dollar schweren Rettungspaket der US-Regierung für die Finanzbranche teilzunehmen. Aus dem gleichen Topf waren GM und Chrysler am Freitag Überbrückungskredite von der US-Regierung zugesagt worden - obwohl das Programm ursprünglich nur für die Finanzbranche gedacht war. GMAC folgt mit seinem Schritt dem Kreditkartenunternehmen American Express und den ehemaligen Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley, die ihr Geschäftsmodell angesichts der Finanzkrise ebenfalls aufgegeben haben.
2,5 Milliarden Quartalsverlust
Die Autofinanzierer sind im Zuge der Kreditkrise massiv unter Druck geraten. GMAC hatte wegen der Hypothekenkrise und Abschreibungen auf Leasingverträge für Fahrzeuge im dritten Quartal mit einem Minus von 2,5 Milliarden Dollar das fünfte Mal in Folge einen Verlust erlitten. Erst seit kurzem bietet GMAC, das früher eine reine Tochter von GM war, Online-Bankkonten an. GM hält derzeit 49 Prozent an GMAC, den Rest besitzt die Beteiligungsgesellschaft Cerberus, der Chrysler gehört.
(Ag.)