Ganz so glatt wie zuletzt erwartet geht das "Closing" der Verstaatlichung der Kommunalkredit doch nicht ab. Ursprünglich sollte bis Montag der österreichische Teil der Kommunalkredit praktisch zur Gänze an den Bund gewandert sein. Die Verhandlungen für das "österreichische Closing" verzögert sich aber. Der osteuropäische Teil des Geschäfts wird von der französischen Dexia-Bank übernommen.
Die französische Dexia soll die mit den Österreichern zusammen betriebene Osteuropatochter DexiaKom (Dexia Kommunalkredit Bank AG) im Lauf des Jänner ganz übernehmen. Vertraglich fixiert sind alle Teile dieses Deals, bis Dienstag Nachmittag wurde aber weiter um Details für das "österreichische" Closing verhandelt. Möglich, dass sich auch dieser Teil bis ins neue Jahr zieht.
Volksbank AG (ÖVAG) und Dexia müssen ihre Aktienpakete von 50,78 bzw. 49 Prozent an der Kommunalkredit Austria AG um 2 Euro an den österreichischen Staat abtreten, ihre Beteiligungen in den eigenen Bilanzen abschreiben und der unter österreichischen Staatsschutz schlüpfenden Gemeindefinanzierungsbank noch Geld zur Eigenkapitalstärkung nachschießen. Nach APA-Informationen haben zum letzten Punkt (Nachschuss) die Franzosen zuletzt noch einige Nachforderungen gestellt, die die Österreicher wiederum wegverhandeln wollten.
Die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) hat die Übernahme der Kommunalkredit Austria durch den österreichischen Staat bzw. konkret an die FIMBAG (Finanzmarktbeteiligung Aktiengesellschaft/"Banken-ÖIAG") am Montag im Schnellverfahren durchgewunken. Die Banken-ÖIAG übernimmt 99,78 Prozent an der bisher achtgrößten Bank des Landes. Dazu muss die Österreichische Volksbank AG ihre 50,78 Prozent und die belgisch-französische Dexia ihre 49 Prozent um je einen Euro abtreten, der österreichische Gemeindebund behält seine 0,22 Prozent.
(APA)