Banken sind an den Problemen mit Fremdwährungskrediten nicht unschuldig – und sollten ihren Teil zur Lösung beitragen.
Viele „Häuselbauer“ und Wohnungskäufer haben in den vergangenen Wochen Post beziehungsweise Anrufe von ihrer Bank bekommen: Es gebe Probleme mit dem aufgenommenen Fremdwährungskredit. Die Währungsentwicklung, Sie wissen schon. Und erst der Tilgungsträger! Kurz und gut: Der Kredit müsse in Euro konvertiert werden und/oder der Tilgungsträger sei umzuschichten. Das kostet. Erstens Nerven und zweitens – nicht zu knapp – Gebühren und Provisionen.
Natürlich kann man jetzt volley die in den Geldtempeln verbreitete Argumentationslinie übernehmen und sagen: Selbst schuld. Erwachsene Menschen sollten Verträge nicht unterschreiben, ohne sie zu lesen (und zu verstehen). Und wer sich bei der Hausfinanzierung auf eine auf 20 Jahre angelegte Dreifachspekulation (auf Zinsen, Wechsel- und Aktienkurse, falls im Tilgungsträger Aktien enthalten sind) einlässt, der muss wissen, dass er dabei auf die Schnauze fliegen kann. Steht eh, wenn auch nicht so direkt, im Kleingedruckten.
Nur: Diese Form der Finanzierung ist wegen ihrer Gebühren- und Spesenintensität von den Banken jahrelang sehr massiv in den Markt gedrückt worden. Jetzt haben die „Drücker“ wohl auch die verdammte Pflicht, die Sache schonungsvoll über die Bühne zu bringen. Anstatt noch einmal kräftig zuzulangen. Die Geldbranche hat sich ihre Vertrauenskrise auf allen Ebenen selbst gestrickt. Sie muss sich jetzt auch an den Aufräumarbeiten beteiligen. (Bericht: S. 25)
("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.12.2008)