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USA: Richardson lehnt Handelsminister-Posten ab

File photo of U.S. President-elect Obama listening to New Mexico Governor Richardson during a news co
(c) REUTERS (John Gress)
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Der künftige US-Präsident Barack Obama verliert ein Mitglied seines Regierungs-Teams: Sein designierter Handelsminister hat wegen Korruptions-Ermittlungen seinen Rückzug erklärt.

Gut zwei Wochen vor Barack Obamas Amtsantritt als US-Präsident ist dessen designierter Handelsminister von Bord gegangen. Bill Richardson wird seinen Kabinettsposten wegen Ermittlungen über eine Auftragsvergabe des von ihm geführten Bundesstaates New Mexico nicht antreten. Er fürchte, dass das laufende Verfahren sonst die Amtseinführung der neuen Regierung beeinträchtigen könnte, erklärte der Gouverneur von New Mexico am Sonntag. Obama nahm die Entscheidung "mit tiefem Bedauern" hin und will rasch einen neuen Handelsminister suchen. Obama wird am 20. Jänner als neuer US-Präsident vereidigt.

Richardson betonte, er habe sich nichts zuschulden kommen lassen und sei davon überzeugt, dass dies im Laufe des Verfahrens klargestellt werde. Ein Gericht in Albuquerque untersucht laut einem Medienbericht, ob der Bundesstaat New Mexico Arbeiten im Wert von 1,4 Millionen Dollar zurecht an die Finanzfirma CDR vergeben hat. Die Firma hätte zuvor Spenden an ein politische Komitee von Richardson überwiesen, berichtete die Zeitung "Washington Post" im Dezember. Nun werde untersucht, ob Richardsons Büro bei der Entscheidung einer staatlichen Agentur für CDR-Produkte Druck ausgeübt habe.

Seine Arbeit als Handelsminister wäre durch die Untersuchungen, die noch Wochen oder Monaten hätten dauern können, belastet worden, erklärte Richardson. "Die Arbeit im Handelsministerium ist aber von höchster Dringlichkeit." Seinen Rückzug bedauere er sehr, sagte Richardson.

Der ehemalige Botschafter bei der UN war bereits Energieminister unter Bill Clinton. Er wäre der ranghöchste Hispanic - inzwischen die größte Minderheit in der USA - im neuen Kabinett gewesen. Durch den ersten Rückzug eines designierten Ministers könnte laut Analysten die von Obama angestrebte reibungslose Übernahme der Regierungsarbeit gestört werden.