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Skiunfall: Spitzenpolitiker Althaus ohne Erinnerung

Die Unfallstelle des Thüringer Ministerpräsidenten Dieter Althaus
(c) AP (Kerstin Joensson)

Der Thüringer Minister-Präsident Althaus ist auf dem Weg der Besserung, kann sich aber nicht an den Unfall erinnern. Ein erster Zeuge hat sich gemeldet. Die Polizei ermittelt wegen Fahrlässigkeit.

Knapp eine Woche nach dem Skiunfall des Thüringer Ministerpräsidenten Dieter Althaus (50), bei dem eine 41-jährige gebürtige Slowakin ums Leben kam, kommt etwas Licht in die Sache: Ein erster Zeuge hat sich bei der Polizei gemeldet. Er wurde bereits einvernommen, ebenso die Personenschützer des Politikers, die eine Aussagegenehmigung erhielten. Die Blutproben der Unfallbeteiligten werden chemisch-toxikologisch untersucht, dazu gehört auch ein Alko-Test. Weiters werden auch deren Bekleidung und die Ausrüstungsgegenstände auf Spuren untersucht. Die Ergebnisse der Ermittlungen wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung werden erst in vier bis sechs Wochen präsentiert.

Bekannt geworden ist bereits das Ergebnis der Obduktion: Die Slowakin hat nach Auskunft der Staatsanwaltschaft Leoben mehrfache tödlichen Schädelverletzungen erlitten. Ob Althaus am Montag im Krankenhaus von Schwarzach im Pongau (Salzburg) einvernommen werden kann, ist laut Staatsanwaltschafts-Sprecher Walter Plöbst noch unsicher.

Althaus ohne Erinnerung an Unfall

Die Genesung von Althaus (50) macht indes weiter Fortschritte: Eine Verlegung nach Deutschland sei bereits mit dem Universitätsklinikum Jena andiskutiert worden, teilte der ärztliche Direktor des Krankenhauses von Schwarzach, Reinhard Lenzhofer, am Montag mit. An den Unfall kann sich der CDU-Politiker nicht erinnern, sagte Anästhesist Hubert Artmann. Eine Erinnerung könne wiederkommen - diese Frage könne man aber derzeit noch nicht beantworten, so Lenzhofer. "Eine Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft ist erst dann möglich, wenn er zeitlich und örtlich voll orientiert ist. Das ist derzeit noch nicht der Fall."

Althaus wird weiterhin auf der Intensivstation betreut, seine Frau Katharina und beiden Töchter wachen nahezu rund um die Uhr an seinem Krankenbett. "Insgesamt präsentiert sich der Gesundheitszustand des Ministerpräsidenten als zufriedenstellend", wurde betont.

Althaus hat bereits begonnen, selbst zu essen und zu trinken. "Er konnte sich im Bett schon aufsitzen", freute sich der Anästhesist Hubert Artmann über den gesundheitlichen Fortschritt seines Patienten. "Er bewegt Arme und Beine spontan und auf Kommando. Es besteht kein Hinweis auf neurologische Beeinträchtigungen." Die Heilung des unverschobenen Bruches an der Speiche schreite problemlos voran, "er hat heute einen neuen Gips bekommen, den er ein paar Wochen tragen muss", sagte der Leiter der Unfallchirurgie, Franklin Genelin.

Begräbnis am Mittwoch

Die 41-jährige Slowakin, die beim Unfall ums Leben kam, wird am Mittwochabend in der oststeirischen Gemeinde Riegersburg begraben. Der Ehemann der Frau hat dort einen Wohnsitz, zuletzt hatte das Paar in den USA gelebt und war für einen Urlaub in die Heimat des Mannes gekommen.

Sie war nicht - wie vielfach kolportiert - vierfache Mutter, sondern hatte nur ein knapp einjähriges Kind, hielt der Grazer Rechtsanwalt Rainer Beck am Montag fest. Die drei älteren Kinder stammen aus der ersten Ehe ihres Gatten. Beck bat in diesem Zusammenhang, die Kinder und die Familie in Ruhe zu lassen, da das Anwesen von Kameras belagert werde.

(APA/Red.)