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Madoff muss vielleicht doch ins Gefängnis

Bernard Madoff
(c) AP (Kathy Willens)
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Der mutmaßliche Milliarden-Betrüger Bernard Madoff muss womöglich doch in Untersuchungs-Haft. Denn er soll trotz Hausarrest versucht haben, Juwelen an Verwandte zu schicken.

Im größten Betrugsfall der Finanzgeschichte droht dem unter Hausarrest stehenden Broker Bernard Madoff womöglich doch die Untersuchungshaft. Der 70-Jährige soll laut Staatsanwaltschaft die Kautionsauflagen gebrochen und versucht haben, Juwelen und anderen Besitz im Wert von einer Million Dollar beiseite zu schaffen. Der zuständige Richter in New York kündigte eine Entscheidung für Donnerstag an.

Öffentlichkeit reagiert empört

Madoffs mutmaßlicher Verstoß gegen Kautionsauflagen sorgte in der Öffentlichkeit für eine neue Welle der Empörung. Zuvor hatten beispielsweise Politiker für den einst hoch angesehenen Geschäftsmann Untersuchungshaft gefordert.

Bisher steht er gegen eine Millionen-Kaution in seinem New Yorker Luxus-Appartement unter Hausarrest. Vor einem Gericht in Manhattan musste sich Madoff am Montag wegen der Vorwürfe rechtfertigen. Sein Anwalt sagte laut Medienberichten, der Beschuldigte habe nicht gegen die Auflagen verstoßen wollen und bemühe sich derzeit, die Wertsachen zurückzuholen.

Auch politische Aufarbeitung beginnt

Knapp vier Wochen nach Madoffs erstem Geständnis hat in Washington auch die politische Aufarbeitung des Skandals begonnen. Die US-Börsenaufsicht SEC steht massiv in der Kritik, weil sie Madoff trotz zahlreicher Hinweise und Prüfungen in den vergangenen Jahrzehnten nicht auf die Schliche kam.

Madoff-Artikel auf ebay

Auf dem Internetportal Ebay erfreut sich der Bernard Madoff großer Beliebtheit. T-Shirts, Badetaschen, Taschenlampen und andere Sammlerstücke mit dem Firmenlogo des früheren US-Börsenchefs überschwemmen derzeit das virtuelle Auktionshaus.

Einige hundert Dollar ist den Bietern eine Fleece-Jacke mit dem Firmen-Schriftzug "Madoff Securities" wert, ein Madoff-Mauspad stand zwischenzeitlich immerhin bei knapp 200 Dollar. Die Verkäufer, oft frühere Angestellte des US-Investors, preisen die Artikel als "besonders selten" an und werben mit Sprüchen wie "Besitzen Sie ein Stück Finanzgeschichte".

Auch Regenschirme, Ferngläser und Kaffeetassen mit dem Logo "Bernard L. Madoff Investment Securities LLC" kommen dort unter den virtuellen Hammer. Neben den Werbegeschenken an frühere Madoff-Angestellte können auch Scherzartikel erworben werden, so ein Shirt mit dem Bild des Investors und den Worten "Trust me" - "Vertrau mir".

 

 

(Ag.)