Desperate Housewives: Neue Staffel mit überfälligem frischen Wind

Gabrielle kämpft gegen Übergewicht
Gabrielle kämpft gegen Übergewicht(c) ORF (-)
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Die Serie setzt fünf Jahre nach der vierten Staffel fort. Gute Idee. Die verzweifelten Hausfrauen geben wieder Anlass zur Hoffnung.

Vielleicht liegt es daran, dass die Erwartungen nach der vierten Staffel nicht übertrieben hoch waren. Das Prinzip „Desperate Housewives" - neue Familie mit neuen, noch dunkleren Geheimnissen als in der Staffel zuvor zieht in die Wisteria Lane - hatte sich zuletzt mit heillos übertriebenen Plot und ebensolchen Figuren selbst karikiert. Ungewollt.
Aber nach der ersten Folge der fünften Staffel (montags, 21.05 Uhr, ORF1 sowie mittwochs, 20.15 Uhr auf Pro7) muss man sagen: Das könnte richtig gut werden. Oder zumindest: besser.
Der überfällige neue Kick, der sich da zum Staffelauftakt ankündigt, ist vor allem einer Änderung zu verdanken: Die Serie setzt fünf Jahre nach der vierten Staffel fort. Ein für das Serienformat ungewöhnlicher Schritt. Und ein guter, wie es scheint.

Denn in den fünf Jahren ist, nona, viel Dramatisches passiert, vieles wird in der ersten Folge angedeutet. Susan und Mike etwa hatten einen schweren Autounfall, bei dem sie den Tod zweier Menschen verschuldet haben, Danielle hat Bree ihren Sohn Benjamin weggenommen und ist weggezogen. All das wird in einigen Rückblenden angedeutet und macht den Zuseher (oder vermutlich eher: die Zuseherin) neugierig. (Das nennt man wohl „Mit Teasern um sich werfen"). Im Grunde aber sind die Hausfrauen so intrigant (Bree, nun erfolgreiche Kochbuchautorin, und Katherine!), politisch unkorrekt und, ja, ein wenig überzeichnet angelegt wie immer. Die vielleicht unglaubwürdigste Änderung: Ex-Model Gabrielle ist nach der Geburt ihrer beiden Töchter pummelig geworden und kämpft nicht nur mit ihrem, sondern auch dem Übergewicht ihrer Tochter. So, bitte, würde sich eine auf Oberflächlichkeiten konzentrierte Frau vom Schlage Gabrielles niemals gehen lassen!

Und ja, ohne das Konzept „Neuer Nachbar mit dunkler Vergangenheit zieht ein" konnten und wollten die „Housewives"-Drehbuchschreiber auch diesmal nicht: Edie kehrt mit ihrem neuen Mann zurück, der sich nicht nur zuckersüß gibt und dabei bitterböse dreinschaut, sondern vermutlich auf irgendjemanden in der Wisteria Lane ziemlich schlecht zu sprechen ist. Wer und warum? Das will man, wie vieles aus den fünf Jahren Zeitsprung, nach Folge eins unbedingt wissen. Wenn es denn wirklich frischer erzählt wird als zuletzt. Hoffentlich.

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