Viele Kinder- und Jugendbücher behandeln das Thema Sterben.
WIEN.„Ich finde, eine Beerdigung sollte lustig sein. Keiner sollte Schwarz tragen. Ihr sollt lustige Geschichten von mir erzählen, keine traurigen.“ Das Kultbuch zum Thema Sterben kommt aus England und ist wahrhaft herzzerreißend: Der elfjährige Sam hat Leukämie. Er schreibt Listen wie die oben erwähnte: „Was nach meinem Tod geschehen soll.“ Sams Schöpferin heißt Sally Nicholls (25). Sie hat in Krankenhäusern und Hospizen für ihren Roman in der Ich-Form recherchiert („Wie man unsterblich wird“, Hanser, 12,90€, ab 10J.).
Auch wenn man selbst nicht krank ist: „Manchmal muss man an den Tod denken“, an Särge, Beerdigungen und „die eingesperrten Tränen, die im Magen liegen“. Wo gehen die Toten hin? Die Schwedin Pernilla Stalfelt hat ein einfaches, verständliches Buch über den Tod geschrieben und illustriert („Und was kommt dann? Das Kinderbuch vom Tod“, Moritz-Verlag, 11,80€, ab 5J.).
„Ein kleines Leben in der Hand/Plötzlich weg, tief, tief im Sand.“ Ester und ihr Freund finden eine tote Hummel, die sie würdig bestatten. „Totsein, was ist das?“ fragt Esters kleiner Bruder Putte. „Alle sterben, auch du“, lautet die Antwort. Das ist schockierend für den Buben. Trotzdem ist „Die besten Beerdigungen der Welt“ heiter geraten. Ester, ihr Freund und Putte gründen eine Beerdigungen AG (Ulf Nilsson, Eva Eriksson, Bilderbuch, Moritz-Verlag, 12,80€, ab 5J.).
Grandios: „Eine Kiste für Opa“
Tiere sind oft die ersten Toten im Leben eines Kindes: Felix kann es nicht fassen, dass sein Zwergkaninchen die Karotte verschmäht. Rosetta ist tot, sagt Mama. Felix bittet Oma um Hilfe, die anders ausfällt, als er sich erwartet hat. („Abschied von Rosetta“, Sylvia Schopf, Manfred Tophoven, Betz, Bilderbuch).
Opa braucht eine Kiste. Er geht auf eine große Reise. Sein Enkel ist entsetzt. Er will mitkommen. Nein, sagt Opa, dort gehe ich alleine hin. Eine Geschichte aus Afrika. Wunderbar lakonisch, einfach, fantasievoll illustriert (Marie-Thérèse Schins, Birte Müller „Eine Kiste für Opa“, Aufbau-Verlag, 16,95€, ab 8 J.).
„Wo ist die ,Seemöwe?‘“, fragt Jan. Gekentert. An den Folgen des Bootsunfalls ist Jans Freund Virenzo gestorben. Jan fühlt sich schuldig, er hat mit ihm gestritten. Und überhaupt: Man stirbt doch nicht mit 11, sondern mit 80 oder 100! Jan kann es nicht glauben, bis er Virenzo aufgebahrt sieht. (Mireille Geus „Ich bin hier und du bist tot“, Ravensburger, 4,95€, ab 11 J.).
Kikis Vater arbeitet als Arzt in einem Land, in dem Krieg herrscht. Kiki sorgt sich, sie will ihn beschützen – und kommt auf eine sehr merkwürdige Idee (Marjolijn Hof „Tote Maus für Papas Leben“, Bloomsbury, 9,90 €, ab 11 J.).
("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.01.2009)