Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

EU-Parlament: Nackt-Scanner stehen zum Verkauf

(c) REUTERS (© Ho New / Reuters)
  • Drucken

Die Farce um die im Keller des Europa-Parlaments gelagerten, so gut wie neuwertigen Geräte könnte schon bald zu Ende gehen. Der Einsatz der Geräte im Haus war am Widerstand der EU-Parlamentarier gescheitert.

BRÜSSEL. Das Europaparlament dürfte schon bald eine ungewöhnliche Ware feilbieten: Es sind sechs Ganzkörper-Scanner zum Einzelpreis von 90.000 Euro. Die Geräte lagern seit 2002 im Keller des Abgeordnetenhauses und wurden bisher nie verwendet, sind also fast „neuwertig".

Die Scanner, die jeden unter der Kleidung versteckten Gegenstand über elektromagnetische Strahlen ausfindig machen können - auch Flüssigkeiten, Kunststoff, Keramik etc. - hätten eigentlich die Sicherheit der Europaabgeordneten erhöhen sollen. Doch nachdem die selten Abgeordneten dazu beigetragen hatten, dass ein Vorstoß der EU-Kommission für die Verwendung solcher Scannern auf allen europäischen Flughäfen zurückgezogen werden musste, wäre es laut einem Parlamentsmitarbeiter schwer vorstellbar gewesen, die Geräte im eigenen Haus zu nutzen.

Die Abgeordneten hatten ihren Widerstand gegen den Einsatz mit dem notwendigen Schutz der Intimität gerechtfertigt. Die Scanner produzieren nämlich nicht nur gestochen scharfe Bilder von allen mitgeführten Gegenständen. Sie stellen die jeweils kontrollierte Person auch so dar, als wären sie nackt. Ob Brüste oder Genitalien, alles wird für das Sichterheitspersonal erkennbar.
Am Dienstag dieser Woche beriet der Haushaltskontrollausschuss des Parlaments nun über das Schicksal der mittlerweile fast sieben Jahre alten Geräte. Der deutsche CSU-Abgeordnete Markus Ferber soll dabei die Parlamentsverwaltung gedrängt haben, die Scanner zu verkaufen und endlich reinen Tisch zu machen. Immerhin wirft der offensichtlich überstürzte Kauf der teuren Geräte kein gutes Licht auf das Abgeordnetenhaus. Der Generalsekretär des Parlaments, Harald Römer, zeigte sich jedenfalls zu einem Verkauf bereit. „Ja, wir können sie verkaufen."

Fraglich ist freilich, wer sich für solche Geräte noch interessiert. Vielleicht die USA, denn sie hat bereits zehn ihrer wichtigsten Flughafen mit den umstrittenen Nacktscannern ausgestattet.