Volkswagen schließt Verlust nicht aus

Europas größter Autobauer Volkswagen droht zu Jahresbeginn angesichts der dramatischen Autokrise in die roten Zahlen zu rutschen. "In der jetzigen Situation können wir für das erste Quartal auch einen Verlust nicht ausschließen", sagte Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch der "Börsen-Zeitung". VW rechnet für das laufende Jahr konzernweit mit einem Absatzeinbruch von rund zehn Prozent.

VW drosselt bereits die Produktion. Da das Bremsmanöver vor allem ins erste Quartal gelegt werde, seien entsprechende negative Auswirkungen auf das Ergebnis zu erwarten. Im ersten Quartal des vergangenen Jahres hatte der VW-Konzern noch ein operatives Ergebnis von 1,3 Mrd. Euro erzielt, das Ergebnis nach Steuern lag bei 929 Mio. Euro.

Pötsch sagte, VW werde sich von dem Gros der Leiharbeiter trennen müssen. "Bei der Stammbelegschaft hilft uns, dass bis vor kurzem noch Sonderschichten gefahren wurden und daher die Zeitkonten gut gefüllt waren."

Volkswagen hatte angekündigt, wegen der Absatzkrise in seinen deutschen Werken vor allem im Fahrzeugbau Ende Februar rund 61.000 Beschäftigte für fünf Tage in Kurzarbeit zu schicken. VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh schrieb laut Medienberichten in einem Brief an die Belegschaft, weitere Kurzarbeit sei möglich."

Die VW-Tochter Audi will unterdessen wegen der Absatzkrise Kurzarbeit für mehrere tausend Mitarbeiter beantragen. Auf diese Weise soll der geplante Produktionsstopp vom 23. bis 27. Februar umgesetzt werden. In Ingolstadt will das Unternehmen außerdem für den 20. Februar Kurzarbeit anmelden, sagte ein Audi-Sprecher am Freitag in Neckarsulm. In Neckarsulm seien alle 7.000 Produktions-Beschäftigten betroffen. Wie viele Mitarbeiter in Ingolstadt in Kurzarbeit gehen sollen, war zunächst unklar. Dort arbeiten rund 15.000 Menschen in der Produktion.

(APA)

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