Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Ski alpin: Überraschungs-Sieg beim Damen-Super G

Jessica Lindell-Vikarby
(c) GEPA pictures (Gepa Pictures/ Oskar Hoeher)
  • Drucken

Die Schwedin Jessica Lindell-Vikarby feiert in Cortina d'Ampezzo überlegen ihren ersten Weltcup-Sieg. Österreichs Anna Fenninger landet als Zweite erstmals auf dem Stockerl.

Der Super G in Cortina am Montag brachte ein neues Gesicht auf die Weltcup-Siegerfotos: Die 24-jährige Schwedin Jessica Lindell-Vikarby, bisher erst einmal als Dritte auf dem Stockerl, feierte mit 1:25,13 Minuten einen überlegenen Sieg vor der Österreicherin Anna Fenniger. Der 19-jährigen Salzburgerin gelang damit ihrerseits das beste Resultat im Weltcup. Zwischen den beiden lag am Ende ein Unterschied von 0,83 Sekunden. Die Schweizerin Andrea Dettling belegte weitere sechs Hundertstel dahinter Rang drei - für die 22-Jährige war es passenderweise ebenfalls die erste Podestplatzierung.

Die siegreiche Schwedin, deren bestes Resultat bisher ein dritter Platz im Super G in Lake Louise Anfang Dezember 2007 war, profitierte auch von zahlreichen Ausfällen: Anja Pärson, Maria Riesch und Emily Brydon schieden nach Stürzen aus. Zudem waren die Asse auf der schnell nachlassenden Weichschnee-Piste chancenlos. Die Österreicherin Andrea Fischbacher war trotz gerade überstandener Grippe als 9. Beste der mit Startnummer zwischen 16 und 22 fahrenden Elitegruppe.

Fischbacher am Ende ohne Kraft

"Ich hatte im Finish nicht mehr die Kraft, einen kurzen Radius zu fahren", erklärte Fischbacher im Ziel. "Die Piste war sicher nicht die kompakteste" umschrieb die Salzburgerin den rutschigen Kurs, der nach dem Riesentorlauf mit Maschinen "durchgefräst" worden war und bald kaputt war.

RTL-Siegerin Kathrin Zettel wurde trotz einiger Fehler Elfte, Elisabeth Görgl landete einmal im Tiefschnee und dann auf Platz 13. "Unsere haben von den hohen Nummern ohnehin noch die besseren Leistungen gezeigt", meinte ÖSV-Damenchef Herbert Mandl und bedauerte: "Zettel hätte mit Glück noch viel weiter vorne sein können."

Riesch: "Ein Sch... Wochenende"

Die Stars der Szene erhielten hingegen eine kapitale Ohrfeige. Riesch ("Ein Sch... Wochenende. Ich bin froh, dass ich mir nicht wehgetan habe") stürzte vor den Augen ihres Vaters und Bruders ebenso wie Pärson in der Curva Grande. Vonn startete mit der Nummer zehn, damit direkt hinter der späteren Siegerin, und ärgerte sich damit erst recht über Platz acht. "Ich hatte einen fehlerfreien, perfekten Lauf, bin aber gerade zwei Zehntel hinter Platz zwei. Das ist frustrierend", meinte die Titelverteidigerin. "Vielleicht hat mit dem Wachs etwas nicht gestimmt."

Götschl: "Derzeit alles für die Katz"

Noch enttäuschter war nur Renate Götschl. Die zehnfache Cortina-Sieger (22 Podestplätze) egalisierte bei ihrem 49. Start unter der Tofana mit 1,62 Sek. Rückstand als 19. ihr schlechtestes Ergebnis in ihrem "Wohnzimmer". "Da gibt es wohl nicht mehr viel zu sagen", war die 33-Jährige nach einer weiteren durchwachsenen Leistung im Super G (zuvor 33. in Lake Louise und 9. in St. Moritz) ratlos: "Es war sicher nicht die beste Fahrt, aber derzeit ist einfach alles für die Katz. Ich habe einfach kein Gespür mehr dafür, was gut und was schlecht ist", rätselte die Steirerin gut eine Woche vor der WM. Das sei kein Auf-der-Stelle-Treten mehr. "Ich trete schon mehr im Keller als auf der Stelle."

Lindell-Vikarby erfüllt sich Kindheitstraum

Zumindest die Schwedinnen machten an diesem Tag (fast) alles richtig. Lindell-Vikarby hätte wohl ihre Landsfrau Pärson als einzige Gegnerin gehabt, denn die Weltmeisterin war mit klarer Bestzeit unterwegs, als auch sie in der Curva Grande ausrutschte. So aber wurde Lindell-Vikarby nach Tessa Worley, Sarka Zahrobska, Nadia Fanchini, Lara Gut und Dominique Gisin zur bereits sechsten Premierensiegerin in dieser Saison. Ihren Riesen-Vorsprung konnte sich die 24-Jährige selbst nicht erklären: "Es war jedenfalls ein langes Warten. Es ist ein Kindheitstraum, einmal ein Weltcuprennen zu gewinnen."

 

(APA/Red.)