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Somalia: Islamisten holen Hauptstadt

Baidoa
(c) AP ()
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Die radikal-islamistische Shabab-Miliz erobert den Sitz der von Äthiopien gestützten Regierung in Baidoa.

BAIDOA/Dschibuti (Reuters/AFP/go). Wenige Stunden nach dem vollständigen Abzug der äthiopischen Truppen aus dem vom Bürgerkrieg zerrissenen Somalia haben sich islamistische Kräfte des provisorischen Regierungssitzes Baidoa im Südwesten des Landes bemächtigt. Die radikale Shabab-Miliz nahm am Montag den Sitz des Übergangsparlaments und den Flughafen ein. „Meine Kämpfer sind in Baidoa, die Stadt ist ruhig", sagte ein Sprecher der Miliz. Am Sonntag hatten sich die letzten äthiopischen Truppen aus Somalia zurückgezogen, sie waren dort Ende 2006 zur Unterstützung der Übergangsregierung eingerückt.

Die Shabab-Miliz wird von den USA als Terrororganisation eingestuft. Die Gruppe hat ein von der UNO vermitteltes Waffenstillstandsabkommen abgelehnt und angekündigt, ihren Kampf auch nach dem äthiopischen Abzug fortzusetzen und die Friedenstruppe der Afrikanischen Union (AU) zu vertreiben. 1600 ugandische und 1300 burundische Peacekeeper sind noch immer in der alten Hauptstadt Mogadischu stationiert. Sie sind heillos überfordert und sollen von einer UNO-Truppe ersetzt werden. UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon soll laut einer Resolution des UN-Sicherheitsrates bis 15. April ein Mandat für eine solche Truppe vorlegen. Vor allem die europäischen Mitglieder des Sicherheitsrates sperren sich dagegen, eigene Soldaten ans Horn von Afrika zu entsenden, und spielen auf Zeit.

Das Zehn-Millionen-Einwohner-Land ist seit 1991 im Bürgerkrieg. Das Fehlen jeder staatlichen Macht ist der Grund dafür, dass seit Monaten Piraten die Seehandelswege unsicher machen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.01.2009)