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"Gastro-Rassismus": Stadt in Toskana verbietet Kebap-Buden

Symbolbild: Kebap
(c) Die Presse (Clemens Fabry)
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Im mittelalterlichen Stadtkern der Stadt Lucca dürfen keine neuen indischen, Maghreb- oder Fast-Food-Lokale aufsperren. So will der Gemeinderat die Tradition der Stadt erhalten.

Kein Kebap, kein Hühnercurry, kein Couscous und keine Burger: Der Gemeinderat der toskanischen Stadt Lucca hat die Eröffnung von Ethno- und Fast-Food-Lokalen im mittelalterlichen Zentrum untersagt, um "die gastronomische Tradition und die architektonischen Eigenschaften" des Stadtkerns zu bewahren. Das Verbot gilt auch für "Sexy Shops". Vorgeschrieben wird, dass jedes Restaurant mindestens ein typisches Gericht aus der Region anbietet.

Der von der Mitte-rechts-Koalition gefasste Gemeinderatsbeschluss löste heftigen Protest aus. Die Mitte-links-Opposition und Migrantenverbände warfen der Stadtverwaltung "gastronomischen Rassismus" vor. "Die Stadt darf nicht zu einer Reliquie werden. Man kann die Neuigkeiten nicht ignorieren, die Migranten in die Stadt bringen", sagte eine Sprecherin der Opposition.

Empört zeigte sich auch der bekannte Florentiner Küchenchef Fabio Picchi. "Gastronomie ist Kommunikation und Austausch, sie ist das Resultat von kulturellen Mischungen. Jedes Restaurant in Lucca sollte in seinem Menü mindestens eine ethnische Spezialität anbieten", so Picchi.

Lucca, auch als Freilichtmuseum der Toskana bezeichnet, hat sich seinen typisch mittelalterlichen Stadtkern bewahrt. Innerhalb der Stadtmauern aus dem 16. Jahrhundert gibt es fast keinen Autoverkehr.

(APA)