Islam-Lehrer an Österreichs Schulen teils Fanatiker

(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Für eine Dissertation wurde die Hälfte der islamischen Relgionslehrer in Österreich befragt. Das Fazit ist schockierend: 22,6 Prozent der Lehrer haben "fanatische Haltungen".

Lehnen Sie Demokratie ab, weil sie sich mit dem Islam nicht vereinbaren lässt? 21,9 Prozent sagen Ja. Lehnen Sie die Menschenrechtserklärung ab, weil sie sich mit dem Islam nicht vereinbaren lässt? 27,1 Prozent bejahen. Hätten Sie Verständnis dafür, wenn Muslime, die vom Islam abgefallen sind, mit dem Tod bestraft würden? 18,2 Prozent Zustimmung. Sehen Sie einen Widerspruch zwischen Muslim sein und Europäer sein? 28,4 Prozent sagen Ja.

Die Studie des Imam und Religionslehrers Mouhanad Khorchide wurde von der Zeitung der "Falter" offengelegt. Für seine Dissertation "Der Islamische Religionsunterricht zwischen Integration und Parallelgesellschaft" befragte Khorchide im Jahr 2007 insgesamt 210 Religionslehrer. Das ist etwa die Hälfte der islamischen Religionslehrer in Österreich.

Die Aussagen sind repräsentativ, Khorchide arbeitete wissenschaftlich sauber. Universitäts-Professorin Hilde Weiss, eine Kapazität auf dem Feld der Integrationsforschung, betreute die Dissertation und benotete sie mit Sehr Gut.

Ältere Lehrer lehnen Rechtsstaat stärker ab

Die Studie ist die bisher wichtigste Arbeit in Sachen Islam, Schule und Integration. Die beunruhigenden Schlüsse: ein Viertel der Lehrer antwortet auf Fragen nach Demokratie, Rechtsstaat und Integration so, wie rechte Populisten es behaupten und Liberale es befürchten. Je älter die Lehrer, desto höher die Ablehnung gegenüber rechtsstaatlichen Prinzipien. 32,7 Prozent lehnen die rechtsstaatlichen Prinzipien ab (35,5 Prozent von im Ausland und 21,3 Prozent von im Inland Geborenen). Der Studienautor zieht den Schluss, dass 22,6 Prozent der Lehrer "fanatische Haltungen" einnehmen. 44 Prozent der Lehrer betrachten die Vermittlung von Überlegenheitsgefühlen als vorrangiges Ziel.

Anas Schakfeh, Präsident der Islamische Glaubensgemeinschaft, bestätigt im Falter-Interview die Qualitätsmängel im Religionsunterricht, hält die anti-demokratischen Einstellungen der Lehrer aber für "Privatmeinungen". Derzeit unterrichten in Österreich 394 Lehrer etwa 50.000 muslimische Kinder. Bezahlt werden sie vom österreichischen Staat.