Aus Sicherheitsgründen wird das umstrittene Garagenprojekt unter dem Markt nicht realisiert. In der City wird für die Lueger-Garage gegraben. Schon wieder.
Wien. So schnell kann's gehen. Da starten die Grünen eben ihre groß angelegte Anti-Garagen-Offensive, um mit Unterstützung Dutzender Prominenter von Franzobel bis Josef Hader die geplante Garage unter dem Naschmarkt zu bekämpfen. Und dann wird ebendieses Garagenprojekt plötzlich für tot erklärt.
Ein interessantes Timing für einen (kleinen) Knalleffekt, der mitten in den wachsenden Widerstand – die Grünen haben seit dem Wochenende mehr als 700 Unterschriften gesammelt – fällt.
Offiziell wird das Garagen-Aus mit dem Hochwasserschutz begründet. Der wäre nämlich im Wienflussgewölbe mit der Garage nicht mehr gewährleistet, wie sich bei Untersuchungen für die Machbarkeitsstudie gezeigt habe, heißt es aus dem Büro des Planungsstadtrats Rudi Schicker. Denn im Falle von (sehr starkem) Hochwasser könnte das Wasser nicht mehr ungehindert abfließen, eine „Rückschlagwelle“ könnte die U-Bahn-Trasse überfluten. Ein Sicherheitsrisiko. „Damit“, sagt die Bezirksvorsteherin von Mariahilf, Renate Kaufmann (SP), „wird und kann es keine Naschmarktgarage geben. Das Projekt ist gestorben.“
Der Projektbetreiber Wipark sieht das ähnlich und hat das Projekt laut der Stadt Wien aufgegeben. Denn um die Garage bauen zu können, müsste die Mauer zur U4-Trasse erhöht werden, was aus Denkmalschutzgründen unmöglich wäre.
Die Grünen freut das Aus des Projekts naturgemäß. Die Begründung überrascht Klubchefin Maria Vassilakou nicht („Wir haben immer darauf hingewiesen, dass die Garage aus Hochwasserschutzgründen brandgefährlich ist.“), das Timing schon. „Das könnte auch ein Manöver sein, um eine gut laufende Protestaktion loszuwerden“, glaubt sie und verlangt eine schriftliche Bestätigung. Mit ihrem Protest machen die Grünen vorerst trotzdem weiter. Wenige Stunden nach Bekanntwerden des Garagenstopps luden sie zu einem prominent besetzten Infoabend.
Warten auf die Befragung
Noch (?) kein Aus, aber Verzögerungen gibt es bei einem weiteren umstrittenen Garagenprojekt, jenem unter dem Lueger-Platz. Die für Februar geplante Anrainerbefragung wird verschoben. Denn: Es wird noch einmal gegraben. Eine „Schürfe“ auf Wunsch der Umweltanwaltschaft soll klären, ob die Wurzeln der Platane beim Bau beschädigt würden. Danach wird die Garage nochmals präsentiert. Befragt wird „im ersten Halbjahr 2009“, heißt es aus dem Bezirk. „Im optimistischsten Fall.“
("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.01.2009)