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Island: Rot-Grün soll Island aus der Krise führen

(c) Reuters (Ints Kalnins)
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Sozialministerin wird erste Frau an der Spitze Islands. Die 66-jährige Sigurdardottir gilt als das „soziale Gewissen“ der letzten Regierung.

Reykjavik/Kopenhagen. Frischer Wind für den krisengeschüttelten Inselstaat Island: Nach dem Zusammenbruch der Koalition soll nun eine rot-grüne Minderheitsregierung bis zu den Neuwahlen auf der Nordatlantikinsel die Geschäfte führen. Ministerpräsidentin wird die bisherige Sozialministerin Johanna Sigurdardottir. Sie wird Islands erste Regierungschefin und weltweit die erste erklärt lesbische Ministerpräsidentin. Außerdem wollen die Sozialdemokraten schon am 30. Mai eine Volksabstimmung über einen Beitritt zur EU abhalten.

Präsident Olafur Grimsson beauftragte am Dienstag die sozialdemokratische Parteichefin und Außenministerin Ingibjörg Gisladottir, Verhandlungen mit den bisher oppositionellen Links-Grünen über die Bildung einer Regierung aufzunehmen. Gisladottir selbst stand als Ministerpräsidentin nicht zur Verfügung. Sie will sich nach einer eben erst überstandenen Operation eines Gehirntumors für einige Zeit aus der Politik zurückziehen. Die 66-jährige Sigurdardottir gilt als das „soziale Gewissen“ der letzten Regierung und war die einzige, die in einer Zeit voll Politikerverachtung an Popularität zulegen konnte. Drei von vier Isländern erklärten sich zufrieden mit ihrer Arbeit.

 

Aufräumen in der Nationalbank

Einig sind sich die linken Parteien in der Notwendigkeit einer Neuordnung der Nationalbank, die deren bisherigen Präsidenten David Oddsson den Posten kostet. Oddsson, der zuvor 13 Jahre lang Premier war, gilt als einer der Hauptschuldigen an der Finanzkrise; sein Rücktritt war ständige Forderung der Demonstranten, die seit Monaten das Parlament in Reykjavik belagerten. Auch die Finanzaufsicht soll neu geregelt werden. Das ungehemmte Wachstum der Banken hatte den Zusammenbruch der isländischen Wirtschaft ausgelöst.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.01.2009)