Der deutsche Autozulieferer Schaeffler hat sich bei der Übernahme des Zulieferers Conti überhoben und braucht neues Eigenkapital. Kritische Stimmen fordern, die Übernahme abzusagen.
Der Widerstand gegen Staatshilfen für die Schwierigkeiten geratene deutsche Autozuliefer-Gruppe Schaeffler nimmt zu. Nach der bayerischen Landesregierung sprachen sich auch der CDU-Wirtschaftsflügel und der Wirtschaftsweise Wolfgang Franz gegen eine Kapitalspritze aus. "Der Staat muss sich da raushalten. Es besteht sonst die Gefahr eines Subventionswettlaufs auf Kosten der Steuerzahler. Das darf es nicht geben", sagte der Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des Parlamentskreises Mittelstand, Michael Fuchs, der "Bild"-Zeitung. Er warnte zugleich davor, durch zusätzliche Lasten für die Steuerzahler den Weg für künftige Steuersenkungen zu verbauen.
Der Wirtschaftsweise und Präsident des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Franz, sagte der "Bild"-Zeitung: "Hier brechen Dämme, die 60 Jahre lang gut gehalten und Deutschland Wohlstand gebracht haben. Warum soll der Steuerzahler dafür gerade stehen, wenn sich die Schaeffler-Gruppe bei einer Übernahme verhebt?"
Franz forderte stattdessen einen Rückzug Schaefflers beim Autozulieferer Continental. "Es wäre besser, die Übernahme abzusagen statt mit Steuerzahler-Geld einzuspringen."
Schaeffler braucht neues Eigenkapital, da der Wert der Conti-Beteiligung zuletzt drastisch geschrumpft ist.
(APA)