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Nach Islam-Studie: Politik fordert Konsequenzen

Islam-Unterricht
(c) Die Presse (Clemens Fabry)
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Die ÖVP will Schakfehs Rücktritt, die FPÖ eine Überwachung der Religionslehrer. Andreas Mölzer fordert die Kontrolle der islamischen Religionslehrer durch den Verfassungsschutz.

WIEN (eko). „Anas Schakfeh muss zurücktreten“, sagt Sirvan Ekici. Die muslimische Wiener VP-Gemeinderätin reagiert damit auf das zögerliche Handeln des Präsidenten der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich auf jene Studie, nach der jeder fünfte islamische Religionslehrer die Demokratie ablehnt („Die Presse“ berichtete).

„Die Glaubensgemeinschaft muss dringend reformiert werden“, so Ekici. Schließlich wisse man über problematische Lehrer schon länger Bescheid. Schakfeh hatte demokratie- und rechtsstaatsfeindliche Einstellungen der Lehrer als „private Meinungen“ bezeichnet, gegen die er nicht vorgehen könne, solange sie nicht im Klassenzimmer geäußert werden.

„Hart gegen islamistische Umtriebe“ will die FPÖ vorgehen. So fordert der EU-Abgeordnete Andreas Mölzer die Kontrolle der islamischen Religionslehrer durch den Verfassungsschutz – die Glaubensgemeinschaft selbst sei „offenbar nicht in der Lage oder nicht gewillt“ dazu.

 

Ausbildung an der Uni

Eine Verbesserung der Ausbildung schlägt die Migrationssprecherin der Wiener Grünen, Alev Korun, vor. So sollten islamische Religionslehrer künftig ihre Ausbildung an hiesigen Universitäten absolvieren – so wie es auch katholische und evangelische Religionslehrer machen.

Ein guter Aufhänger ist die Studie für die Aktion Kritischer Schüler, die am Mittwoch eine Kampagne gegen verpflichtenden Religionsunterricht startete. Ihr Vorwurf, dass damit „absurde Wert- und Normvorstellungen propagiert werden“, richtet sich aber nicht nur gegen den islamischen Religionsunterricht, sondern auch gegen den katholischen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.01.2009)