Opel und Ford planen Kurzarbeit, VW will die Produktion weiter drosseln: Die deutschen Auto-Hersteller können sich der aktuellen Konjunkturlage nicht mehr entziehen.
Mehrere deutsche Autobauer planen wegen der dramatischen Absatzkrise Kurzarbeit und drosseln ihre Produktion. Bei Ford in Köln sollen die Bänder zwischen März und Juni an insgesamt 15 Tagen stillstehen. Auf entsprechende Regelungen zur Kurzarbeit haben sich Geschäftsführung und Betriebsrat nach Angaben vom Mittwoch geeinigt. Betroffen seien 3400 Beschäftigte in der Fahrzeugproduktion, wo der Fiesta und der Fusion gebaut werden. Opel plant im Februar an zehn Tagen Kurzarbeit in den Werken Eisenach und Bochum, wie die deutsche Presseagentur dpa aus Unternehmenskreisen erfuhr.
Am Stammsitz Rüsselsheim sei wegen der Produktion des neuen Opel Insignia keine Kurzarbeit geplant, auch das Werk in Kaiserslautern sei nicht betroffen, hieß es. In Eisenach stand die Produktion bereits im November und Jänner jeweils eine Woche lang still.
VW will Produktion weiter drosseln
Auch Volkswagen will seine Produktion weiter drosseln. Ein VW-Sprecher bestätigte Medienberichte, wonach an drei Tagen im Februar im Stammwerk Wolfsburg keine Autos gebaut würden. Die Freizeit werde von den flexiblen Arbeitszeitkonten abgezogen. Der vorübergehende Fertigungsstopp kommt zusätzlich zur Kurzarbeit. VW hatte bereits angekündigt, vom 23. bis 27. Februar rund 61.000 Mitarbeiter in den deutschen Werken vor allem im Fahrzeugbau kurzarbeiten zu lassen.
Ford will die Kurzarbeit nach Angaben eines Sprechers voraussichtlich Ende Februar bei der Agentur für Arbeit anmelden. Neben Beschäftigten in der Kölner Fahrzeugproduktion sollen auch 1350 Mitarbeiter von Zuliefererbetrieben kürzer arbeiten, an denen Ford beteiligt ist. Auch im Werk Saarlouis plant der US-Autobauer Kurzarbeit. Über den Umfang werde aber noch mit dem Betriebsrat verhandelt.
"Ford kann sich der allgemeinen Konjunkturlage nicht mehr entziehen, obwohl das Unternehmen in den letzten Monaten seinen Marktanteil in Deutschland ausbaute und auch in zahlreichen europäischen Ländern seine Marktposition verbesserte", teilte der Hersteller mit. In wichtigen Exportländern wie Großbritannien und Spanien sei der Absatz aber teilweise drastisch zurückgegangen. Mehr als 80 Prozent der in Deutschland produzierten Ford-Fahrzeuge gingen ins Ausland.
(Ag.)