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Finanzkrise: Deutschland plant die Gründung einer „Bad Bank light“

Finanzminister Peer Steinbrück will die Steuerzahler schadlos halten.

Frankfurt. (höll/p.m.). Nach den USA wird nun auch in Deutschland immer intensiver über die Gründung einer „Bad Bank“ diskutiert. Finanzminister Peer Steinbrück zieht die Einrichtung von kleineren „Bad Banks“ in Betracht. Der SPD-Politiker sagte am Donnerstag, er bleibe zwar bei seiner Ablehnung einer zentralen, institutsübergreifenden Lösung zulasten der Steuerzahler. Es sei aber denkbar, dass jede Bank, die in eine Schieflage geraten ist, eine eigene „Bad Bank“ einrichtet. In Anerkennung der Auswirkungen fauler Wertpapiere in den Bilanzen der Banken stellt sich die Frage, ob nicht jedes einzelne Institut die Möglichkeit bekommt, Problempapiere aus seiner Bilanz auszulagern und so neu durchzustarten, sagte er. Die Verantwortung für die Risikopapiere bleibe dann bei der jeweiligen Bank, nicht beim Steuerzahler. Der abgetrennten „Good Bank“ müsste dann gegebenenfalls über den Rettungsschirm geholfen werden, sagte Steinbrück.

US-Finanzminister Timothy Geithner dürfte seine Pläne für eine „Bad Bank“ kommende Woche vorstellen. Die Verluste US-amerikanischer und europäischer Banken belaufen sich laut einem IWF-Bericht auf 1,1 Billionen Dollar und könnten auf 2,2Billionen Dollar steigen. Multimilliardär George Soros meint dagegen, die Gründung einer staatlichen „Bad Bank“ sei der falsche Weg. Seiner Ansicht nach sollten die Banken mit 1500 Mrd. Dollar „neu kapitalisiert“ werden, damit diese wieder Kredite gewähren.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.01.2009)