Schnellauswahl

Selina Gusenbauer: Für Falsch-Meldungen entschädigt

Selina Gusenbauer mit ihrem Vater bei der Stimmabgabe, Nationalratswahl 2008
(c) AP (Hans Punz)
  • Drucken

Das Online-Portal von "Österreich" berichtete über einen angeblichen Schulabbruch der Tochter des Ex-Kanzlers. Sie bekommt nun 2000 Euro Entschädigung.

Selina Gusenbauer, die Tochter des ehemaligen Bundeskanzlers Alfred Gusenbauer (SPÖ), hat am Freitagnachmittag im Wiener Straflandesgericht eine Entschädigung von 2000 Euro zugesprochen bekommen. Zugleich wurde der Tageszeitung "Österreich" eine Gegendarstellung aufgetragen, nachdem sie in ihrer Online-Ausgabe "Falschmeldungen" - so jedenfalls die Feststellung von Richterin Lucie Heindl-König - über die Schulkarriere des Teenagers verbreitet hatte. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Peter Zöchbauer, der Rechtsvertreter des Blattes, meldete volle Berufung gegen die medienrechtliche Entscheidung an.

Am kommenden Dienstag steht in dieser Sache im Straflandesgericht eine weitere Verhandlung auf dem Programm. Vor Richterin Birgit Schneider wird dann über einen Artikel verhandelt, der in der Printausgabe von "Österreich" erschienen war.

Lediglich in der Unterstufe wiederholt

Auf dem Webportal "oe24.at" wurde im vergangenen September unter anderem berichtet, Selina Gusenbauer habe ihre Ausbildung am Wiener Privatgymnasium Lycee Francais abgebrochen, nachdem sie mehrmals "durchgefallen" sei. Stattdessen wolle die 16-Jährige als Verkäuferin arbeiten. Wie sich nun allerdings in der Verhandlung herausstellte, hatte das Mädchen lediglich die 3. Klasse Unterstufe wiederholt, das Schuljahr 2007/2008 aber erfolgreich abgeschlossen. Danach wechselte sie auf eigenen Wunsch an eine öffentliche Schule, um ihre Ausbildung schwerpunktmäßig auf künstlerische Bereiche auszurichten.

Lediglich an drei Tagen gejobbt

Sie habe auch nie als Verkäuferin arbeiten wollen, versicherte Selina Gusenbauer im Zeugenstand: "Ich habe lieber Matura!" Sie habe lediglich an drei langen Einkaufssamstagen in einem Shop gejobbt, "um mir Extensions (Haarverlängerungen, Anm.) kaufen zu können".

Am Ende des Beweisverfahrens kam die Richterin zum Schluss, die geklagte Zeitung habe sich offenbar "dubioser Informanten" bedient und "ohne großartige Recherche ziemlich grobe Unwahrheiten verbreitet". Es liege "ein relativ gravierendes Verschulden" vor, weshalb dem Klagebegehren weitestgehend stattgegeben wurde. Neun Zehntel der Verfahrenskosten hat "Österreich" zu tragen.

 

(APA)