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Athen: Angriff auf Polizeiwache mit Granate und MG

Anschlag auf eine Polizeistation nahe Athen
(c) REUTERS (Yiorgos Karahalis)
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Die linksextreme Gruppe "Revolutionärer Kampf" bekannte sich zu dem Anschlag in einem Vorort von Athen. Verletzt wurde niemand. Die Granate war nicht explodiert.

Ein Angriff mutmaßlicher Linksextremisten auf eine Polizeiwache unweit von Athen ist am Dienstag glimpflich verlaufen. Unbekannte gaben am Morgen mehrere Schüsse auf das Gebäude in Korydallos ab und warfen eine Handgranate. Der vor dem Gebäude postierte Wachmann blieb unverletzt. Die linksextreme Organisation "Revolutionärer Kampf" bekannte sich zu der Tat.

Polizeisprecher Panagiotis Stathis erklärte, drei vermummte Personen hätten das Polizeirevier angegriffen. Es seien mindestens zehn Schüsse aus einer Maschinenpistole gefallen, die Handgranate sei nicht explodiert. Bei einer örtlichen Zeitung bekannten sich nach Angaben des Sprechers die Täter zu dem Angriff. In den griechischen Medien hieß es, der Anruf sei von der Organisation "Revolutionärer Kampf" gekommen.

Mit Panzerfaust auf US-Botschaft

In Griechenland kommt es seit dem Tod eines 15-Jährigen durch eine Kugel aus der Waffe eines Polizisten Anfang Dezember immer wieder zu gewaltsamen Protesten. Linksautonome Gruppen verüben seit Jahren Brandanschläge. Sie verlangen die Freilassung Gleichgesinnter oder kommentieren auf diese Weise das politische Geschehen in der EU und im eigenen Land. Auch die US-Botschaft in Athen war mit einer Panzerfaust beschossen worden; zu dem Anschlag hatte sich der "Revolutionäre Kampf" bekannt.

Die Behörden hatten 2001 die linksextremistische Untergrundorganisation "17. November" zerschlagen, die sich nach dem Datum der blutigen Niederwerfung des Athener Studentenaufstands gegen die Militärdiktatur im November 1973 nannte. Sie hatte in einem Vierteljahrhundert 23 Menschen ermordet, darunter Diplomaten, Unternehmer, Verleger und Politiker, und Dutzende von Bombenanschlägen verübt. Prominente Anschlagsopfer waren der konservative Parlamentsabgeordnete Pavlos Bakoyannis, Schwiegersohn des ehemaligen Ministerpräsidenten Konstantinos Mitsotakis und Ehemann der heutigen griechischen Außenministerin Dora Bakoyannis, der CIA-Resident in Athen, Richard Welch, und Diplomaten aus Großbritannien und der Türkei. Der "Revolutionäre Kampf" tauchte erstmals 2003 auf. Seitdem wird die Organisation für mindestens sechs Bombenanschläge verantwortlich gemacht.

Im Korydallos-Hochsicherheitsgefängnis hatten die einstigen Militärputschisten nach dem Zusammenbruch der Diktatur 1974 ihre Strafen verbüßt.

(Ag.)