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Absagen für "Club 2": Khol, FPÖ und RFS kommen nicht

(c) Die Presse (Clemens Fabry)
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Der ORF-Sendung zum Thema "Wie rechts ist Österreich?" fallen die Diskutanden aus. Andreas Khol sagte ab, ebenso Vertreter von FPÖ und dem Ring Freiheitlicher Studenten.

Der ehemalige Nationalratspräsident Andreas Khol wird heute, Mittwoch, doch nicht zur ORF-Diskussionssendung Club 2 erscheinen. "Eingeladen wurde ich zum Thema: 'Wie rechts ist Österreich?' mit vier anderen Personen zu diskutieren. Mittlerweile sind (inkl. Diskussionsleiter) acht TeilnehmerInnen vorgesehen. In einer so großen Runde ist sinnvolles Gespräch zu Grundsatzfragen nicht möglich", erklärt der Politiker in einer Aussendung.

Aus der Vorabinformation für die Teilnehmer gehe hervor, dass es in der Diskussion ausschließlich um den dritten Nationalratspräsidenten Graf gehen soll. Ein Teil der Diskutanten sei persönlich im Streit um Präsident Graf involviert, so Khol. Es müsse daher zu "emotionalen Diskussion" kommen.

Vertreter der FPÖ und des RFS (Ring Freiheitlicher Studenten) folgen dem Beispiel Khols: Walter Asperl (FPÖ), dem ORF zufolge ein Mitglied der Burschenschaft "Olympia", und Philipp Schrangl (RFS) sagten ihre Teilnahme am "Club 2" ebenfalls ab. Bei der ORF-Sendung handel es sich "um eine offensichtlich politische Inszenierung", heißt es in einer Aussenung. Diese habe zum Ziel, "das Amt des Dritten Nationalratspräsidenten zu beschädigen und die Debatte über Martin Graf künstlich wieder aufleben zu lassen."

"Linkslinke Schlagseite" des ORF

FPÖ und RFS beklagen zudem, dass der ORF "immer mehr eine linkslinke Schlagseite" bekomme. Sie kündigen an, dies im Stiftungs- und Publikumsrat zu thematisieren.

Im "Club 2" mit Michael Köhlmeier diskutierten werden die Filmemacherin Ruth Beckermann, die Journalistin Christa Zöchling, der Unternehmenberater Volker Kier und Margarita Döller, suspendierte Spielerin beim Fußballklub "Hellas Kagran", dessen Präsident Graf ist.

Amon weist Vorwürfe "schärfstens" zurück

Der TV-Chefredakteur des ORF, Karl Amon, wehrt sich gegen die Vorwürfe: "Weder dient der 'Club 2' dazu, parteipolitisches Kleingeld zu wechseln, noch dazu, Vorverurteilungen Raum zu geben", so Amon. Die Diskussion um Graf gebe "ausreichend Anlass", um über Rechtsextremismus in Österreich zu diskutieren. Asperl, Kickl und Schrangl wären über den Grundtenor der Diskussion informiert gewesen. Schrangl habe erst gester, Dienstag, zugesagt.

Den Vorwurf, dass der "Beschmutzung des Amtes des Dritten Nationalratspräsidenten" weist Amon "schärfstens" zurück. Die Auswahl der Diskutanten folge allein dem Gebot der Objektivität und Überparteilichkeit. Dem ORF gehe es darum, das Thema in einer "offenen, zivilisierten Debatte zu erörtern".

 

(Red.)