US-Präsident Obama will Gehaltsobergrenzen für Manager staatlich gestützter Banken. Klingt nach einer guten Idee – ist es aber nicht.
Die Sache ist eigentlich klar: Wenn Führungskräfte mit einem prall gefüllten Geldkoffer auf den Golfplatz verabschiedet werden, nachdem sie das ihnen anvertraute Unternehmen an die Wand gefahren haben, wird diese Form der Belohnung niemand verstehen. Handelt es sich dabei auch noch um eine Bank, die nur mit Steuergeldern vor dem Ruin gerettet werden konnte, wächst sich das Unverständnis schnell zur Empörung aus. Zu Recht. Weshalb der Vorstoß von US-Präsident Barack Obama, die Gehälter von Bankmanagern, deren Arbeitgeber nur dank Staatshilfen überleben konnten, auf 500.000 Dollar zu beschränken, jede Menge Applaus ernten wird.
Und dennoch ist dieser Eingriff in privatrechtliche Verträge höchst problematisch. Schon deshalb, weil er die Falschen trifft – die Gehaltsobergrenze gilt nämlich nicht rückwirkend. Wer also eine Bank erfolgreich an den Rand des Ruins gewirtschaftet hat, darf in Ruhe seine millionenschwere Abfertigung genießen – wer aber nun den Karren aus dem Dreck zieht und dafür sorgt, dass der Staat sein Geld möglichst schnell zurückbekommt, wird mit einer Gehaltsobergrenze abgestraft. Verstehe das, wer will. Für talentierte Unternehmenslenker wird das freilich kein allzu großer Anreiz sein, das Kommando in einer sanierungsbedürftigen Bank zu übernehmen.
Schreien Politiker wie Barack Obama nach Gehaltsobergrenzen für Manager, dann nützt das in erster Linie der eigenen Popularität – und nicht den angeschlagenen Banken. (Bericht: S. 17)
("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.02.2009)