Bergbau: Serbien macht Schwenk bei Verkauf von RTB

Da sich kein Käufer findet, will der Staat die Kupfermine selbst aufrüsten.

Belgrad (APA). Schon dreimal ist die Privatisierung der serbischen Kupfermine RTB Bor gescheitert– und auch jetzt findet sich trotz Verlängerung der Ausschreibungsfrist bis 27.Februar kein Käufer. Deshalb hat die Regierung, die 67Prozent hält, nun ihre Privatisierungspläne für den Kupferproduzenten geändert.

Laut Wirtschaftsminister Mladjan Dinkić wird der Staat auch künftig Mehrheitseigentümer bleiben. Außerdem plant die Regierung, 130 Mio. Dollar (101,2 Mio. Euro) in den Bau einer neuen Kupferhütte zu investieren.

Den Schwenk in der Privatisierungspolitik Belgrads begründete der Minister mit der internationalen Wirtschaftskrise, dem niedrigen Kupferpreis, aber auch mit den bisher gescheiterten Privatisierungsversuchen.

Die notwendigen Finanzmittel für die neue Kupferhütte sollen durch einen internationalen Kredit gesichert werden. Die Bauarbeiten dürften drei Jahre in Anspruch nehmen. Außerdem sei Serbien auch auf der Suche nach potenziellen Investoren für die Minenausrüstung des Kupferproduzenten, die mindestens 120 Mio. Dollar investieren sollten. Dazu sei eine gesonderte Ausschreibung geplant, so Dinkić.

Nachdem im Jahr 2007 der Verkauf der RTB an die rumänische Firma Cuprom mangels Bankgarantien gescheitert war, wurde im Vorjahr ein neuerlicher Anlauf genommen. Mit der börsenotierten A-Tec des Industriellen Mirko Kovats war ein Kaufpreis von 466 Mio. Dollar paktiert, Kovats wollte letztlich diesen Preis nicht zahlen. Dann kam kurzfristig der russische Oligarch Oleg Deripaska ins Spiel. Ebenfalls erfolglos.

Bei der noch laufenden Ausschreibung wird ein strategischer Partner gesucht, der mindestens 300 Mio. Dollar in den Betrieb investieren soll.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.02.2009)

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