Finanzminister Pröll wird kommende Woche Mittwoch und Donnerstag in vier osteuropäischen Staaten für das von Österreich forcierte Osteuropa-Bankenpaket Stimmung machen. An den beiden Tagen sind Treffen mit den Finanzministern Kroatiens und der Ukraine bzw. Rumäniens und Bulgariens geplant, sagte ein Sprecher zur APA.
Ende Jänner hat die Regierung im Lichte des überdurchschnittlich starken Engagements der heimischen Banken in Osteuropa eine Initiative für ein Osteuropa-Bankenhilfspaket gestartet. So haben in Rumänien nach Angaben von Rompres österreichische Banken 43,7 Mrd. Dollar (34 Mrd. Euro) an Krediten vergeben - das wäre so viel wie Banken aus Frankeich, Italien und den Niederlanden zusammen bzw. 30 Prozent der ausländischen Kredite in Rumänien. In Rumänien aktiv sind die Erste Group-Tochter Banca Comerciala Romana (als Marktführer), Raiffeisen Bank, Volksbank und UniCredit Tiriac.
Die Stabilisierung der Wirtschaft dieser Länder würde auch österreichischen Banken nutzen, hatten Bundeskanzler Faymann und Pröll bei der Vorstellung ihres Hilfsprogramms erklärt. Demnach soll eine Allianz der am stärksten betroffenen Investorenländer Österreich, Deutschland, Belgien, Frankreich und Italien entstehen. Die betroffenen Länder - insbesondere Kroatien, Rumänien, Bulgarien und die Ukraine - sollten dazu bewegt werden, nationale Bankenschirme aufzuspannen. Schließlich soll auch der Internationale Währungsfonds einspringen.
Ein erster Vorstoß Faymanns bei der deutschen Kanzlerin Merkel hat vergangene Woche zu einer höflichen, aber nicht überschäumenden Reaktion geführt. Auch sein tschechischer Amtskollege Topolanek zeigte wenig Bereitschaft, die Banken seines Landes - großteils Töchter ausländischer (auch österreichischer) Großbanken - zu stützen.
(APA)