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Schönborn verteidigt neuen Linzer Weihbischof

Der designierte Linzer Weihbischof Gerhard Maria Wagner
(c) AP (Rubra)
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Die Diskussion um Gerhard Wagner reißt nicht ab: Denn zugleich zeigt sich die Theologische Fakultät in Wien "besorgt", die Katholische Jungschar reagiert mit Unverständnis.

Die Debatte um den designierten Linzer Weihbischof Gerhard Maria Wagner reißt nicht ab: Während Kardinal Christoph Schönborn die Ernennung verteidigt, reagiert die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Wien mit "Bedauern und Besorgnis". Für die Katholische Jungschar ist die Entscheidung "unverständlich".

Kardinal Schönborn schrieb am Freitag in der Gratiszeitung "Heute" zur Ernennung Wagners: "Große Aufregung, weil ein neu ernannter Bischof 'konservativ' ist. Was mich erstaunt: Allen Berichten zufolge führt er seine Pfarre hervorragend. Hat besten Kontakt zur Jugend. Die Leute mögen ihn. Die Kirche ist voll. Was will man mehr? Vielleicht ist er etwas kantig, liebt kernige Sprüche. Aber vor Ort scheint er es gut zu machen. Ist in unserer Gesellschaft nicht schon genug den Bach hinabgeschwommen? Ein wenig mehr 'Bewahren' tut uns doch allen gut."

Theologen: "Wagner torpediert Dialog"

Anders bewertet die Theologische Fakultät die Ernennung Wagners: Es sei "zu befürchten, dass dadurch das Ansehen der Kirche in der Gesellschaft Schaden nimmt". Konkrete Kritikpunkte sind die "theologisch unhaltbare Kommentierung von Naturkatastrophen" durch Wagner und die "fachlich inkompetente Äußerung zu Jugendliteratur" - gemeint ist die Aussage Wagners, bei "Harry Potter" sei Satanismus am Werk.

Auch die Äußerung Wagners, "der Islam ist eine Gefahr", scheine zu bestätigen, "wie wenig er mit einer Kirche des Dialogs vertraut sein dürfte". Diese Einschätzung des Islam "torpediert alle kirchlichen, insbesondere päpstlichen Bemühungen um einen Dialog mit dem Islam", ignoriere aber auch Vorgaben des Konzils und der "Charta Oecumenica" hinsichtlich der Wertschätzung der Muslime.

Katholische Jungschar: "Unverständlich"

Schon am Mittwoch hatte die Katholische Jungschar Kritik an Wagner geübt: Für Jugendliche sei diese Ernenung "unverständlich und nicht nachvollziehbar". "Wir setzen uns für eine lebensnahe pastorale Arbeit ein, die versucht, das Evangelium für junge Menschen verständlich und lebbar zu machen und Jugendliche in ihrem konkreten Alltag zu unterstützen," erklärte Vorsitzender Stefan Wurm. "Entscheidungen, wie die Rehabilitierung von Personen, die den Holocaust verharmlosen und das Zweite Vatikanische Konzil nicht anerkennen oder die aktuelle Bischofsernennung in Linz, erschweren dies zusätzlich."

Vor allem in der Jugendarbeit ist das Engagement von Laien wertvoll und unverzichtbar, so Wurm. Er lade Wagner ein, den "Erfahrungsschatz der unzähligen Ehrenamtlichen anzuzapfen". Außerdem hoffe die Katholische Jugend, dass die Ökumene und der interreligiöse Dialog weiter vorangetrieben werden. "Das ist eine große Herausforderung. Hier gilt es, Brücken zu bauen, nicht bestehende Gräben zu erweitern," forderte Wurm.

(APA/Red.)