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Abt des Stiftes Heiligenkreuz: "Williamson ist ein Terrorist"

Abt des Stiftes HEILIGENKREUZ
(c) APA (Roland Schlager)
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Gregor Henckel-Donnersmarck, Abt des Stiftes Heiligenkreuz, findet harte und undiplomatische Worte für die Holocaust-Leugnung durch den britischen Geistlichen Richard Williamson.

Mit für einen Kirchenmann ungewohnt deutlichen und undiplomatischen Worten hat der Abt des Stiftes Heiligenkreuz, Gregor Henckel-Donnersmarck, zur Holocaust-Leugnung durch den britischen Geistlichen Richard Williamson Stellung bezogen. In einem Interview mit der Tageszeitung "Der Standard" bezeichnet er den traditionalistischen Bischof, dessen Exkommunikation erst vor wenigen Tagen aufgehoben wurde, als einen "Terroristen" und "Idioten".

"Williamson ist ein Terrorist, der eine Bombe gelegt hat. Die Aussagen dieses Idioten sind ein Zeichen extremer Dummheit", kritisierte Henckel-Donnersmarck, warnte aber zugleich: "Aber all die, die jetzt den Papst kritisieren, sind in seine (Williamsons) Falle gegangen und tun genau das, was Williamson beabsichtigt hat. Er ist ein Zündler und will, dass es brennt. Ob er es bewusst gemacht hat, ist fraglich. Er scheint so dumm zu sein, dass man ihm über die Konsequenz seines Handelns nicht alle Übersicht zusprechen kann."

Henckel-Donnersmarck bezeichnete sich selbst als "erklärten Gegner der Pius-Bruderschaft". "Aber in der aktuellen Diskussion braucht es klare Unterscheidungen. Man kann ja auch nicht über Fußball reden und nicht wissen, was Penalty und Corner sind", so der Abt. "Die Aufhebung der Exkommunikation und die aufrechte Suspendierung ist das eine, die Nichtanerkennung der Pius-Bruderschaft nach kanonischem Recht das andere. Aber es ist die Bemühung des Papstes, die Einheit der Kirche herzustellen. Vonseiten der Pius-Bruderschaft wurde gesagt, man wäre zu Gesprächen sehr viel leichter imstande, wenn die Benützung des alten Mess-Ritus wieder eingeführt werde und die Exkommunikation dieser vier Bischöfe passieren würde. Jetzt liegt es an den Bischöfen, über die von Benedikt XVI. geöffnete Pforte hereinzukommen."

Vor einer "politischen", also nicht kirchenrechtlich motivierten Exkommunikation von Williamson warnte Henckel-Donnersmarck: "Die Aussagen von Williamson sind politisch - obszön und niederträchtig. Aber die Frage der Exkommunikation war bezogen auf die unerlaubte Weihe. Außerdem hat der Papst klare Worte gefunden und ihn zur Rücknahme dieser Aussagen aufgefordert."

Ähnliche Aussagen hatte Henckel-Donnersmarck bereits am Sonntag in der ORF-Sendung "Im Zentrum" getätigt.

(APA)