In Deutschland erhält man beim Kauf eines Neuwagens 2500 Euro, wenn man ein mindestens neun Jahre altes Auto verschrottet. VW, Opel und Ford melden einen Anstieg der Nachfrage.
Die 2500-Euro-Abwrackprämie für Altfahrzeuge in Deutschland wirkt: Die Massenhersteller VW, Ford und Opel melden bessere Verkäufe in Deutschland. So hat die Prämie Ford im Jänner ein zweistelliges Absatzplus beschert. VW meldete einen Nachfrageschub bei Klein- und Kompaktwagen. Opel hatte schon Montag erklärt, die Verschrottungsprämie habe im Jänner zu 50 Prozent mehr Verkäufen an Privatpersonen geführt, so dass Kurzarbeit in zwei Werken zurückgefahren wurde.
Angesichts der Erfolge sprach sich VW-Vorstandschef Martin Winterkorn in der "WirtschaftsWoche" für eine Verlängerung und Aufstockung der Abwrackprämie aus. "Es wäre unser Wunsch, dass die Abwrackprämie verlängert wird", sagte eDie Prämie von 2500 Euro, die für die Verschrottung von wenigstens neun Jahre alten Autos beim kauf eines Neuwagens gezahlt wird, habe das Geschäft spürbar belebt, sagte Winterkorn. Er wolle nächste im Gespräch mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel prüfen, ob die bis zum 31. Dezember befristete Aktion verlängern und die Fördersumme von 1,5 Mrd. Euro erhöht werden kann. Das Geld reicht rechnerisch für etwa 600.000 Autos.
Keine Verlängerung
Die SPD lehnte den Wunsch von Winterkorn ab: "Wenn innerhalb der Autoindustrie solche Vorschläge gemacht werden, dann sind sie dumm", sagte SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann. Er sagte, Sinn der Prämie sei es, in möglichst kurzer Zeit den Verkauf möglichst vieler Autos zu fördern. Eine Verlängerung könnte Verbraucher zum Gedanken verleiten, die Prämie würde zur Dauereinrichtung.
Laut Oppermann wurde noch eine Einzelheit zur Abwrackprämie klargestellt: Der Anspruch besteht, sobald der Kaufvertrag für den neuen Wagen abgeschlossen ist. Überwiesen werden soll sie aber erst nach der Zulassung. Mit der Abstimmung kommende Woche im Bundesrat soll das Paket endgültig unter Dach und Fach sein.
"Regelrechter Boom"
Ford verkaufte im Jänner insgesamt 15.500 Fahrzeuge in Deutschland, 14,2 Prozent mehr als im gleichen Monat des Vorjahres. Damit steigerte der Autobauer seinen Marktanteil in Deutschland um 2,1 Prozentpunkte auf 7,7 Prozent, wie das Unternehmen mitteilte. Europaweit musste Ford einen Rückgang um 24,6 Prozent auf 112.000 verkaufte Fahrzeuge hinnehmen.
Der Volkswagen-Konzern musste weltweit einen Einbruch von 21,3 Prozent beim Januarabsatz hinnehmen, hofft jetzt aber auf die Prämie: "Die Akzeptanz der Umweltprämie führt seit Jänner in Deutschland besonders bei Klein- und Kompaktwagen wie Fox, Polo, Golf, Seat Ibiza und Skoda Fabia zu einem deutlichen Nachfrageschub. Hier liegen die Auslieferungen jeweils über dem Niveau des Vorjahres", sagte Konzernvertriebschef Detlef Wittig in Wolfsburg.
Opel-Manager Alain Visser hatte schon am Montag erklärt, die Abwrackprämie habe einen "regelrechten Boom ausgelöst".
(APA)