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Heathrow: Rechtspopulist Wilders durfte nicht einreisen

Geert Wilders
(c) AP (Steve Parsons)
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Der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders versuchte erfolglos trotz Einreiseverbots nach London zu gelangen. Niederland kritisierte das Vorgehen der britischen Behörden.

Der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders ist mit seinem Versuch gescheitert, trotz eines Einreiseverbots nach Großbritannien zu gelangen. Die britische Einwanderungsbehörde stoppte Wilders am Donnerstag bei dessen Ankunft am Flughafen London-Heathrow, wie das britische Innenministerium mitteilte. Wilders und die niederländische Regierung kritisierten das Vorgehen der britischen Behörden.

Wilders wurde nach seiner Ankunft in London-Heathrow umgehend wieder in die Niederlande abgeschoben, wie das britische Innenministerium mitteilte. Wilders teilte hingegen auf der Internetseite seiner Partei mit, er sei auf dem Londoner Flughafen festgehalten worden. Die Entscheidung der britischen Behörden sei "nicht nur für mich persönlich ein Schlag ins Gesicht, sondern auch für die Meinungsfreiheit", der 45-jährige Vorsitzende der Niederländischen Freiheitspartei (PVV). Den britischen Premier Gordon Brown bezeichnete Wilders in einem Gespräch mit der BBC als "größten Feigling in Europa".

Kritik seitens der Niederlande

Auch die niederländische Regierung kritisierte die Weigerung Großbritanniens, Wilders einreisen zu lassen. "Die Niederlande bedauern diese Entscheidung", sagte ein Sprecher des Außenministeriums. "Wir sind der Ansicht, dass ein niederländischer Abgeordneter frei innerhalb der Europäischen Union reisen können sollte." Zwar habe Großbritannien das Recht, aus Sicherheitsgründen Menschen die Einreise zu verweigern, aber "wir stimmen nicht mit der Art und Weise überein, wie es in diesem Fall angewendet wurde", sagte der Sprecher.

Wilders hatte am Mittwoch angekündigt, trotz des Einreiseverbots nach Großbritannien zu fliegen, um auf Einladung von Mitgliedern des britischen Oberhauses seinen islamkritischen Film "Fitna" vorzuführen und an einer Debatte über Meinungsfreiheit teilzunehmen.

Das britische Außenministerium hatte am Dienstag ein Einreiseverbot gegen Wilders verhängt und zur Begründung angeführt, dessen Ansichten zum Islam stellten eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit dar. Der niederländische Außenminister Maxime Verhagen hatte daraufhin scharf bei seinem britischen Kollegen David Miliband protestiert. "Die Regierung ist gegen jegliche Form des Extremismus", bekräftigte das britische Außenministerium am Donnerstag.

Wilders Produzent von "Fitna"

Wilders muss sich demnächst in den Niederlanden wegen seines Films vor Gericht verantworten. Ihm wird Anstiftung zu Hass und Diskriminierung vorgeworfen. In dem Kurzfilm "Fitna" wird der Islam mit Nationalsozialismus und Terroranschlägen in Verbindung gebracht. Bei dem Film handelt es sich um eine Collage von blutrünstig anmutenden Koran-Zitaten mit Bildern von Terroranschlägen, darunter in New York und London.

 

(APA)