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Polizei-Vorwürfe: Misshandelter Lehrer will Entschuldigung

Symbolbild: Polizei
(c) (Fabry Clemens)

Der von der Polizei misshandelte Afroamerikaner Mike B. will, "dass die Polizei ihren Fehler zugibt und sich entschuldigt". Polizeikommandant Mahrer will die Vorwürfe ausführlich prüfen lassen.

Mike B., jener aus den USA stammende Lehrer an der Vienna International School, der schwere Misshandlungsvorwürfe gegen die Wiener Exekutive im Zusammenhang mit einer Polizeiaktion in der U-Bahn-Station Spittelau erhoben hat, erwartet sich eine Entschuldigung. "Ich erwarte, dass die Polizei ihren Fehler zugibt und sich entschuldigt", sagte der Afroamerikaner dem "Kurier" (Montag-Ausgabe). "Ich möchte nicht, dass so etwas mir oder jemand anderem nochmals widerfährt", fügte er hinzu.

Die Ereignisse vom Mittwoch schilderte der Mann folgendermaßen: "In der Station Spittelau kamen zwei Männer auf mich zu, einer stürzte sich auf mich und schlug mit den Fäusten auf mich ein." "Ein zweiter Mann fixierte ihn auf dem Boden. Die Folge: Verstauchungen, Wirbelprellungen, Verdacht auf eine Verletzung des Wirbelkanals und heftige Schmerzen", schrieb der "Kurier". Mike B. war stationär ins Lorenz-Böhler-Unfallkrankenhaus aufgenommen worden.

Polizei: Weiter keine Stellungnahme

"Ich kann keine Stellungnahme abgeben, bis die Ergebnisse der Ermittlungen auf dem Tisch liegen. (...) Wir nehmen die Vorwürfe ernst. Sie werden so rasch als möglich behandelt", erklärte Wiens Landespolizeikommandant Karl Mahrer am Sonntagabend. Zuvor hatte das Präsidialjournal der Bundespolizeidirektion Wien (Pressestelle) am Sonntag erklärt, Stellungnahmen wären Sache der Wiener Staatsanwaltschaft. Dort allerdings war - seitens des Pressesprechers - am Sonntag niemand erreichbar.

Mahrer erklärte, dass am vergangenen Mittwoch in der U-Bahn-Station Spittelau ein Polizeieinsatz gegen des Handelns mit Suchtmitteln verdächtige Personen durchgeführt wurde: "Es gab eine Amtshandlung."

Bei der Wiener Polizei glaubt man offenbar, es sei zu einer Verwechslung der Person gekommen, wobei nicht nur eine solche, sondern auch die Amtshandlung selbst einer genauen Aufklärung bedürfen könnte. Polizeieinsätze zur Überprüfung von allenfalls Verdächtigen unterliegen in Österreich genauen rechtlichen Regelungen.

Mahrer: "Erste Frage: 'Wieso ist es zu der Verwechslung gekommen'?" Die zweite Frage sei, wie es im Rahmen der Amtshandlung zu den Konsequenzen gekommen sei. Immerhin gab es offenbar bei dem Betroffenen Verletzungen, die erstens zu einem Einsatz der Wiener Rettung am Mittwoch um 14.37 führte, andererseits auch zu einer stationären Aufnahme des Verletzten im Lorenz-Böhler-Unfallkrankenhaus in Wien-Brigittenau.

Mahrer zur zweiten Frage: "Haben die Beamten 'ansatzlos' einen Menschen niedergeschlagen?" Er, Mahrer, gehe davon aus, dass man morgen, Montag, einige "Klarheit" bekommen werde. Die "strafgerichtliche Seite" und eventuelle Fehlhandlungen der Beamten wären dann weiter zu behandeln. Der Landespolizeikommandant konnte Sonntagabend keine Angaben dazu machen, wer nun bei der Wiener Staatsanwaltschaft Anzeige erstattet hätte: die Polizei oder Mike B.

(APA)