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Gebärdensprache in der Schule: „Zu spät“

(c) Die Presse (Michaela Bruckberger)
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An fünf von sechs Schulen für Gehörlose ist die Gebärdensprache nicht Unterrichts-Sprache. Ministerin Schmied forciert das nun - "zu spät", heißt es vom österreichischen Gehörlosenbund.

Etwa 10.000 gehörlose Menschen gibt es in Österreich. Wenn einige von ihnen eine gute Schulbildung haben, kann man das getrost auf Eigeninitiative zurückführen. Denn die Bildungssituation für taube Kinder war bisher gelinde gesagt verbesserungswürdig.

"An fünf von sechs Bildungseinrichtungen für Gehörlose ist die Gebärdensprache nicht Unterrichtssprache. Das bedeutet, dass die Kinder mittels Lippenablesen dem Unterricht folgen müssen," heißt es vom österreichischen Gehörlosenbund. Bisher müssen Lehrer an Gehörlosen-Schulen nicht einmal gebärden können. Die Förderung der Kinder ist daher schwierig.

Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) bestätigt den Nachholbedarf. Sie will nun die Gebärdensprache zur Unterrichtssprache machen. Auch in der Lehrerausbildung soll die Gebrädensprache forciert werden. Schmied betont: "Es muss fixer Bestandteil an den Pädagogischen Hochschulen sein, auch im Bereich der Fortbildung, es muss die Möglichkeit geben, sich in dem Bereich weiterzubilden."

Die Gebärdensprache ist in Österreich seit Herbst 2008 in den Lehrplänen für gehörlose Schüler verankert - aber noch ohne Konsequenzen. Dass die Unterrichtsministerin nun die Situation verbessert, befürwortet der Gehörlosenbund. Die Anpassung "kommt jedoch eindeutig zu spät".

 

(ros)