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Nach Einreiseverbot: Reger Zulauf für Rechtspopulisten Wilders

Der niederlaendische Rechtspopulist Geert Wilders
(c) EPA (Robin Utrecht)
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Geert Wilders rechtspopulistische "Partei für die Freiheit" ist in aktuellen Umfragen in den Niederlanden derzeit die zweitstärkste Partei. Wilders war vergangene Woche die Einreise nach Großbritannien verweigert worden.

Der niederländische Rechtspopulist und Islam-Gegner Geert Wilders verdankt dem Einreiseverbot durch Großbritannien laut einer Umfrage weiteren Zulauf. Bei Wahlen könnte Wilders "Partei für die Freiheit" (PVV) nach Angaben des Instituts Maurice de Hond derzeit zwei zusätzliche Parlamentssitze gewinnen und mit insgesamt 25 Mandaten sogar zweitstärkste politische Kraft der Niederlande werden.

84 Prozent der Befragten erklärten, die Verweigerung der Einreise für den Abgeordneten sei falsch gewesen, berichtete die Zeitung "De Telegraaf" am Montag. Der umstrittene Politiker, der den Koran mit Hitlers "Mein Kampf" gleichgesetzt hatte, war am Donnerstag auf dem Londoner Flughafen Heathrow abgewiesen worden. Er wollte in London an einer Vorführung seines Anti-Islam-Films "Fitna" teilnehmen, der im vergangenen Sommer weltweit Proteste ausgelöst hatte.

2006 knapp sechs Prozent erreicht

Wilders hatte 2006 mit ausländerfeindlichen Parolen 5,9 Prozent der Stimmen und damit neun der 150 Sitze im Parlament gewonnen. Seitdem ist seine Popularität gewachsen. Im Jänner ordnete ein Gericht Ermittlungen gegen ihn wegen des Verdachts auf Volksverhetzung an. Während viele dies als "Sieg der Demokratie" begrüßten, sähen andere darin einen "Anschlag auf die Meinungsfreiheit", schrieb die Zeitung "de Volkskrant".

Mit den jetzt ermittelten potenziell 25 Mandaten würde die PVV auf nur zwei Sitze weniger kommen als der Christlich-Demokratische Appell (CDA) von Ministerpräsident Jan-Peter Balkenende. Insgesamt käme die Koalition aus CDA, Partei der Arbeit (PvdA) und Christen-Union (CU) nur noch auf 55 Mandate (2006: 80), was nicht für eine Regierungsbildung ausreichen würde. An den Umfragen von Maurice de Hond sind nach Angaben des Instituts jeweils zwischen 500 und 800 repräsentativ ausgewählte Personen beteiligt.

(Ag.)