Porsche zockt – und macht damit gute Gewinne

(c) AP (Thomas Kienzle)
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Der Autokonzern hat im vergangenen Jahr einen Großteil seines Gewinnes über Aktienhandel verdient.

Stuttgart (red/hie). Porsche hat im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Gewinn von 8,6 Mrd. Euro gemacht – davon aber nur eine Mrd. im Kernbereich des Konzerns: dem Autogeschäft. Das übrige Geld stammt aus anderen Sparten, vorwiegend aus dem Wertpapierhandel, wie die „Financial Times Deutschland“ berichtet. Holger Härter, Finanzvorstand des Unternehmens, gab auf der Hauptversammlung im Jänner bekannt, der Konzern habe 392 Mio. Euro durch Optionsgeschäfte auf andere im Börsenindex Dax gelistete Unternehmen verdient. Aufgrund der Zockerei war 2007/08 der Gewinn des Unternehmens höher als dessen Umsatz.

„Verhalten wie ein Hedgefonds“

Porsche musste sich wegen seiner eher ungewöhnlichen Geschäftsstrategie einmal mehr von Kritikern den Vorwurf gefallen lassen, sich mehr wie ein Hedgefonds als wie ein Fahrzeughersteller zu verhalten. In den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit rückte die Firma im vergangenen Jahr in Zusammenhang mit der VW-Aktie. Diese hatte sich seit dem Sommer immer wieder in schwindelerregende Höhen aufgeschwungen. Grund dafür waren Leerverkäufe (ein Händler „borgt“ sich Aktien aus, verkauft diese, um sie zu einem späteren Zeitpunkt bei einem niedrigeren Kurs wieder zurückzukaufen, und macht damit im günstigsten Fall einen Gewinn). Porsche war an diesen Ereignissen maßgeblich beteiligt, kurzzeitig wurden sogar Stimmen laut, das Unternehmen manipuliere die Aktie bewusst, was von Porsche immer wieder zurückgewiesen wurde. Im Oktober gab Porsche lediglich bekannt, insgesamt – direkt und über Optionen – 74 Prozent der VW-Aktien zu kontrollieren, woraufhin die VW-Aktie über Nacht um 140 Prozent zulegte.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.02.2009)

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