Seit Oktober stand im Raum, dass Raiffeisen und der Bauindustrielle Haselsteiner die Anteile ihres Strabag-Partners Oleg Deripaska übernehmen würden, sollte dieser gezwungen sein, Aktien abzugeben. Nun muss Deripaska wegen der Finanzkrise tatsächlich verkaufen, schreibt der "Standard" (Dienstagausgabe). Ein Aufgriffsrecht der Syndikatspartner (Altaktionäre) werde damit schlagend.
Deripaska stieg im April 2007 mit 25 Prozent in den österreichischen Baukonzern Strabag ein. Finanziert wurde der Deal mit einem Kredit bei der Deutschen Bank in London, besichert mit Aktien, die im Zuge der Finanzkrise allerdings stark gesunken sind. Deripaska nahm wie berichtet im Herbst eine Umschuldung vor.
Geholfen haben dem Oligarchen österreichische Banken - unter Federführung der Raiffeisen Zentralbank -, sie sprangen mit 460 Mio. Euro ein. Die Aktien wurden nach Wien transferiert und den Kreditgebern verpfändet, Deripaska blieb somit Kernaktionär.
Am 27. Februar wird laut "Standard" eine (bereits gestundete) maßgebliche Kreditrate für den Strabag-Anteil fällig. Der Zeitung zufolge springen die Alteigentümer (Raiffeisen Holding Niederösterreich-Wien, UNIQA und die Familie Haselsteiner) ein. Sie hatten gemäß Syndikatsvertrag ein Aufgriffsrecht für die Deripaska-Anteile, das nun ausgeübt werde.
Deripaska verlor dem Blatt zufolge im Zuge der Finanzkrise 90 Prozent seines Vermögens. Galt er mit geschätzten 40 Mrd. Dollar 2008 noch als reichster Russe, so belegt er im aktuellen Oligarchen-Ranking "nur" noch Platz acht - mit 4,9 Mrd. Dollar.
(APA)