Winter: Richtig kalt, richtig viel Schnee

(c) Die Presse (Michaela Bruckberger)
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Dieser Winter war wieder einmal ein richtiger. Minus 27,4 Grad, 80 cm Neuschnee. Nach dem milden Winter 2008 war der heurige bisher zu kalt. Eine Bilanz kurz vor Winterende.

Noch ist er nicht ganz vorbei. Aber schon jetzt lässt sich sagen: Dieser Winter war wieder einmal ein richtiger. Richtig viel Schnee, richtig kalt, vor allem im Jänner und Februar, der auch nächste Woche tiefwinterlich bleibt. Eine Bilanz kurz vor Winterende.

-27,4Grad. Die tiefste Temperatur wurde vergangenen Mittwoch am Sonnblick gemessen. Auf Platz zwei liegt Seefeld am selben Tag mit -25,2 Grad. Insgesamt dürfte der Winter – der nach meteorologischer Rechnung mit 1. März endet – zu kalt ausfallen. Schuld ist der Jänner, „der um ein bis vier Grad kälter war als im langjährigen Schnitt“, sagt Stefan Eisenbach vom Wetterdienst meteomedia. Auch der Februar war bisher deutlich kühler als sonst.

In Wien war der Jänner um 1,5 Grad zu kalt, der Februar bisher um 1,3 Grad. Der kälteste Morgen in der Bundeshauptstadt war jener des 10. Jänner mit -12,9 Grad.
3,5Sonnenstunden pro Tag. Klingt wenig, ist aber der Rekord. Im Schnitt schien am Hahnenkamm 3,5 Stunden pro Tag die Sonne, damit war die bekannte Skistrecke der sonnigste Ort Österreichs in diesem Winter.

12Ein Dutzend Italien-Tiefs war schuld daran, dass der Süden Österreichs (vor allem Kärnten und Osttirol) seit Dezember im Schnee versank. Auch das ein Rekord. Normal sind drei oder vier Italien-Tiefs. 16,6 Grad plus. Während die Italien-Tiefs für Schneerekorde (und -chaos samt unterbrochener Stromversorgung etc.) im Süden sorgten, blieb es nördlich der Alpen phasenweise ziemlich warm. Eine Föhnphase sorgte am 7. Februar in Weyer (OÖ) für den bisher wärmsten Tag dieses Winters mit 16,6 Grad plus. Rekordwert ist das aber keiner: Im steirischen Bad Gleichenberg wurden im – viel zu milden – Winter des Vorjahres im Februar 21,3 Grad gemessen.
80Zentimeter Schnee innerhalb von 24 Stunden fielen in der Nacht von 11. auf 12. Dezember in Lienz, der größte Schneezuwachs in diesem Winter. Der in dieser Woche fast gebrochen wurde: Bis zu 70 Zentimeter Neuschnee innerhalb eines Tages fielen im Bregenzerwald, Kössen und Kitzbühel. Bregenz vermeldet 35 Zentimeter Neuschnee – so viel Schnee ist hier seit 1999 nicht mehr gefallen. An den Rekord von 1986 kommen diese Schneemengen aber dennoch nicht heran: Damals fielen in Sillian (Osttirol) innerhalb von 24 Stunden 1,7 Meter Schnee. Rekorde werden von dort keine mehr erwartet: Der derzeitige Wintereinbruch trifft vor allem Vorarlberg, Tirol und Salzburg. Osttirol und Kärnten bleiben derzeit fast Neuschnee-los. „Dort“, sagt Eisenbach, „liegt aber immer noch genug Schnee.“


150Zentimeter. Eine derart hohe Schneedecke liegt derzeit in Warth am Arlberg und Kötschach in Kärnten – eine derart tiefe „Gesamtschneedecke“ (wie es die Meteorologen nennen) gab es in Österreich sonst nirgendwo.

165km/h. Ein Föhnsturm, der mit 165 km/h über den Patscherkofel fegte, sorgte für den Windrekord dieses Winters, gefolgt vom obersteirischen Turnau, wo 115 km/h gemessen wurden. Klingt heftig. Im Vergleich zu den orkanartigen Stürmen (Paula, Emma), die den Winter 2008 geprägt haben, waren die Stürme aber vergleichsweise mild. Im Jänner 2008 erreichte Sturmtief Paula in Österreich 230 km/h (gemessen am Schneekogel).


279Zentimeter Schnee sind seit Ende November insgesamt im Osttiroler Lienz gefallen – so viel wie nirgendwo sonst im Land.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.02.2009)

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