Mit dem Ausbau der Albert-Schultz-Halle sichert die Stadt Wien den Fortbestand der Vienna Capitals. 40 Millionen Euro werden investiert, daher hängt Klub-Mäzen Hans Schmid doch noch eine Saison an.
WIEN.Eigentlich hatte der Geschäftsmann Hans Schmid nur noch überlegt, in welcher Form er sich vom Wiener Eishockey verabschieden sollte. Er wollte seine Präsidentschaft bei den Capitals mit Saisonende beschließen und bei einem „Dinner ohne Verlängerung“ abtreten.
Sein Entschluss stand fest, denn die Hallen-Diskussion hatte ihm schwer zugesetzt. Die Schultz-Halle fasst nur 4500 Besucher, dazu gibt es auch für Nachwuchsvereine stets Probleme bei der Bestellung der Eiszeit. Mit seinem Wunsch nach einer multifunktionellen Halle aber blitzte Schmid im Rathaus ab. Der 68-jährige Werbefachmann und Hobby-Winzer hatte genug. Die Reaktionen nach einem „Presse“-Artikel aber, der Mitte Jänner das Ende der Vienna Capitals ankündigt hatte, „die Aufmunterungen von Fans, Taxifahrern oder Wildfremden auf der Straße und Sponsoren, vor allem aber ein klärendes Gespräch mit Bürgermeister Michael Häupl“, sagte der Klub-Mäzen am Freitag bei einem PR-Termin, „haben mich dazu veranlasst, doch noch eine Saison anzuhängen“.
Zeitgleich gab Häupl bekannt, dass die Schultz-Halle ab Saisonende für 40 Millionen Euro (die „Presse“ berichtete ebenfalls) ausgebaut wird. Schmid: „Jetzt entsteht ein Eishockey-Zentrum. Mein Wunsch wurde erfüllt.“
Ab Ende April sollen in Kagran die Arbeiten beginnen. Das Hallendach wird angehoben, weitere Tribünen und größere VIP-Logen werden gebaut, ab der Saison 2010/2011 sollen 7000 Besucher in der Halle Platz finden. Dazu wird eine Tiefgarage (500 Stellplätze) errichtet und die neben der Halle liegende Eisfläche überdacht und an den Komplex angeschlossen. Das Eissportzentrum wird somit über drei Eisflächen verfügen. Davon sollen vor allem der Klub und „alle Nachwuchsmannschaften profitieren“, hofft Schmid. Laut Rathaus wird auch der Publikumsbetrieb für Schulen und Kindergärten weiterhin möglich sein.
Zwei Rückschläge: Der übliche Videowürfel fehlt, dafür ist die Hallenhöhe zu gering – zwei Leinwände sind stattdessen geplant. Für die Bewerbung um eine Eishockey-A-WM reicht der Hallenausbau nicht. Der internationale Verband schreibt eine Hallengröße von mindestens 10.000 Zuschauern vor. Immerhin aber lebt Eishockey in Wien weiter.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.02.2009)