Raketen aus dem Libanon auf Israel abgefeuert

Wandbild in Gaza.
(c) REUTERS (MOHAMMED SALEM)

Drei Israelis wurden durch die Katjuscha-Raketen verletzt. Die Hisbollah bestritt jegliche Beteiligung. Das israelische Militär erwiderte den Angriff mit kurzem Artilleriefeuer.

In Nordisrael sind am Samstag drei Israelis durch Katjuscha-Raketen aus dem Libanon leicht verletzt worden. Zunächst bekannte sich niemand zu den Angriffen. Die in der libanesischen Regierung vertretene Schiitenorganisation Hisbollah bestritt jegliche Beteiligung. "Wir haben nichts damit zu tun", erklärte Hisbollah-Sprecher Ibrahim Moussaoui in Beirut. Israel reagierte mit kurzem Artilleriefeuer, wie das Militär mitteilte. Zuletzt hatten militante Palästinenser im Libanon Anfang Jänner als Reaktion auf den Gazakrieg Raketen auf Israel abgefeuert.

In libanesischen Sicherheitskreisen wurde bestätigt, dass insgesamt drei Geschoße aus der Umgebung von Masouri abgefeuert wurden. Mindestens eine Rakete sei jedoch im Libanon selbst niedergegangen. Israel habe auf den Raketenbeschuss mit mindestens sechs Artilleriegeschoßen geantwortet. Dabei habe es keine Verletzten gegeben.

Die vom Iran und Syrien unterstützte Hisbollah verfügt über ein großes Raketenarsenal, hat aber vermutlich seit dem Krieg vom Sommer 2006 diese Waffen nicht mehr eingesetzt. Israels scheidender Ministerpräsident Ehud Olmert hatte während der Gaza-Militäroffensive im Jänner die Hisbollah vor der Eröffnung einer zweiten Front an der israelischen Nordgrenze gewarnt. In dem 34-tägigen Libanon-Krieg 2006 war es Israel nicht gelungen, die Hisbollah zu schwächen. Nach Erkenntnissen des israelischen Militärgeheimdienstes hat die libanesische Schiitenorganisation vielmehr ihre militärischen Kapazitäten seit dem Krieg "verdreifachen" können, wie Verteidigungsminister Ehud Barak vor einem Parlamentsausschuss erklärt hatte.

Die Hisbollah war aus dem von ihr provozierten Konflikt mit mehr als 1200 libanesischen und 160 israelischen Toten politisch gestärkt hervorgegangen und verfügt jetzt zusammen mit ihren Verbündeten über eine Sperrminorität in der libanesischen Allparteienregierung. Das libanesische Parlament hatte mit großer Mehrheit das Recht der Hisbollah auf bewaffneten "Widerstand" gegen Israel bestätigt. Die Schiiten bilden im Libanon die zahlenmäßig stärkste Bevölkerungsgruppe.

(Ag.)