Die AUA will nicht sagen, wer ihr Finanzvorstand ist. Gute Idee: Da könnte der Flughafen gleich sein gesamtes Topmanagement verstecken.
Österreich hat eine lange Tradition in Sachen Topkabarett. Deshalb sieht man es gern, wenn talentierter Nachwuchs nachdrängt. Aufgefallen ist da zuletzt das einschlägig noch wenig bekannte Amateurduo Malanik&Bierwirth, im Hauptberuf AUA-Vorstände: Auf die Frage, wer von beiden nun eigentlich Finanzvorstand sei, hat Bierwirth in einem Magazininterview kryptisch „Nach außen tragen wir beide die Verantwortung“ geantwortet. Und wer macht nun wirklich die Finanzen? Malanik: „Das kommunizieren wir nicht.“
Versteht man ja: Für diese Bilanz würde sich jeder genieren. Aber eine große AG, die ihren Aktionären den Finanzchef schamhaft verschweigt – das hat schon Schenkelklopferqualität.
Da könnte der nächste Skandalkandidat aus der heimischen Halbstaatswirtschaft, die Flughafen Wien AG, noch was lernen. Dort hätte in der Vorwoche beispielsweise der Aufsichtsratschef auf die Frage nach dem Vorstand sagen können: „Ja, wir haben einen, aber wir kommunizieren den nicht.“ Das hätte dem Unternehmen peinliche Berichte über eine Politpostenschacherei zwecks Karrierekrönung eines verdienten niederösterreichischen Schwarzen – und den Aktionären den deftigen Kurssturz (22 Prozent in ein paar Tagen) erspart. Im Ernst: Beim Flughafen droht gerade ein wilder Skandal um den aus den Fugen geratenen Skylink-Terminalbau hochzugehen. Da sollten die Haupteigentümer (Niederösterreich und Wien) eigentlich andere Sorgen als Personalspielchen haben.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.02.2009)