Die US-Regierung erwägt offenbar die Erhöhung ihres Anteils an der einst weltgrößten Bank Citigroup. Medienberichten zufolge könnte die Staatsbeteiligung auf bis zu 40 Prozent steigen. Komplett verstaatlicht werden soll die Bank aber nicht. Eine weitere Möglichkeit zur Stabilisierung des unter Druck stehenden Instituts sei, dass der Staat seine Vorzugsaktien in Stammaktien umwandle.
Die Berichte sorgten am Markt für Entlastung bei den Finanzwerten. Die Citi-Aktien gewannen gegen den Börsentrend in New York im frühen Handel mehr als neun Prozent. "Mit einem Einstieg der US-Regierung könnte die Bank wohl nicht zusammenbrechen und bliebe liquide", sagte ein Börsianer in Frankfurt. Ängste vor einer Verstaatlichung von Großbanken hatten die US-Börsen am Freitag auf den tiefsten Stand seit sechs Jahren gedrückt.
Das "Wall Street Journal" berichtete, die Citigroup-Führung hoffe, dass die Gespräche mit der US-Regierung in einen Staatsanteil von 25 Prozent mündeten. Dagegen berichtete die "Financial Times", die Citigroup dränge auf einen Regierungsanteil von 40 Prozent, mache vor einer Verstaatlichung aber halt. Mit dem Staat als Stabilitätsfaktor im Rücken könnte das Geldhaus wieder Vertrauen bei anderen Banken schaffen und somit die Geschäfte zwischen den Instituten ankurbeln. Zudem wäre die Gefahr einer drohenden Pleite zunächst gebannt.
Ende letzten Jahres hatte die Regierung die Citigroup bereits mit einem gigantischen Hilfspaket vor dem Kollaps bewahrt. Das Institut bekam eine Kapitalspritze von 20 Mrd. Dollar und Bürgschaften für riskante Vermögenswerte von über 300 Mrd. Dollar. Im Zuge dessen erhielt der Staat Vorzugspapiere, die knapp acht Prozent an der Citigroup ausmachen.
(APA)