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Neun Billionen Euro weltweit in Steueroasen gebunkert

(c) REUTERS (© Reuters Photographer / Reuters)
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Bis zu acht Prozent des weltweiten Vermögens soll in Steueroasen versteckt sein. Die "Schwarze Liste" der OECD wurde aber kürzer und soll erneuert werden. Es gibt keine eindeutige Definition von "Steueroasen".

Etwa sechs bis acht Prozent des weltweiten Vermögens werden nach Schätzungen der OECD in solchen Offshore-Standorten verwaltet. Rund 11,5 Billionen Dollar (9 Billionen Euro) sollen es laut der Nichtregierungsorganisation (NGO) Tax Justice Network sein. Die Organisation hat auch berechnet, dass dadurch jährlich 250 Milliarden Dollar weltweit gespart werden.

Die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) führt seit 1998 eine "Schwarze Liste" mit kooperationsunwilligen Staaten. Zu Beginn wurden 41 Länder identifiziert, die keine Auskünfte über Kapitalanlagen von Ausländern erteilen.

Schwarze Liste wird erneuert

Diese Liste wird aber immer kürzer: Im Juli 2008 befanden sich nur noch Andorra, Liechtenstein und Monaco auf der "OECD-List of Uncooperative Tax Havens". Die anderen Staaten zeigten sich bereit, steuerschädliche Praktiken einzudämmen beziehungsweise Informationen auszutauschen. Doch nicht immer seien den Ankündigungen auch Taten gefolgt, weswegen die OECD ihre Liste nun erneuern will, berichtet der deutsche "Tagesspiegel".

Österreich ist keine Steueroase

Österreichs führende Notenbanker haben sich wiederholt dagegen verwahrt, Österreich mit einer "Steueroase" gleichzusetzen. Wifo-Chef Karl Aiginger hat am Montag Abend im ORF-Radio gleichfalls betont, dass das Land keine Steueroase sei. Das Bankgeheimnis sei etwas stärker ausgeprägt als in anderen Ländern, aber es gebe auch die Ausweispflicht bei Geldeinlagen, und Mithilfe bei Verfahren sei auch gegeben, so Aiginger.

Nach Angaben der Internationalen Bank für Zahlungsausgleich haben Österreichs Banken gesamt 15,9 Milliarden Euro in Offshore-Paradiesen gebunkert.

Die österreichische Regierungsspitze will weiter auf dem Bankgeheimnis beharren und sieht Österreich in der Diskussion um Steueroasen nicht betroffen. ÖVP-Finanzminister Josef Pröll verwies nach dem Ministerrat Dienstagmittag darauf, dass Österreich bei kriminellen Verdachtsfällen ohnehin immer kooperiere. Nicht umsonst sei Österreich im Gegensatz zu anderen Staaten wie Monaco nicht auf der von der OECD geführten Liste der Steueroasen.

Was genau sind Steueroasen?

Allerdings gibt es bisher keine eindeutige Definition, was Steueroasen überhaupt sind. Charakteristisch seien etwa eine liberale Wirtschaftspolitik und ein sorgsam gehütetes Bankgeheimnis, schreibt heute der "Tagesspiegel". So müssen in manchen Kleinstaaten wie den karibischen Cayman-Inseln weder Einkommen- noch Erbschaftsteuer, Vermögen- oder Körperschaftsteuer gezahlt werden. Andere Länder verzichten auf Abgaben von speziellen Gesellschaften wie Trusts oder Holdings, die in ausländischer Hand sind. Die niedrigen Steuern und das Bankgeheimnis locken aber auch Kapitalanleger an, die Schwarzgelder verstecken beziehungsweise Steuern hinterziehen wollen.

 

(Ag./Red.)