Den ÖH-Millionen auf der Spur

(c) Die Presse (Michaela Bruckberger)
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Die Österreichische Hochschülerschaft verfügt über knapp zehn Millionen Euro pro Jahr. Woher kommt dieses Geld und was passiert damit?

Die Studiengebühren sind zwar für einen guten Teil der Studenten Geschichte, einen Erlagschein wird es zu Semesterbeginn aber weiter geben. Denn der ÖH-Beitrag ist nach wie vor verpflichtend zu zahlen. Für das Sommersemester 2009 sind das 15,50 Euro (plus 36 Cent für die Haftpflicht- und Unfallversicherung) pro Student. Hochgerechnet ergibt das 8,594.534 Euro, die direkt in die Kasse der Hochschülerschaft fließen.

Die gesammelten Beiträge der Studierenden laufen bei der ÖH-Bundesvertretung zusammen, fünfzehn Prozent verbleiben hier – im laufenden Jahr sind das rund 1,5 Millionen Euro. Der Rest wird an die Universitätsvertretungen verteilt. Jede ÖH an Universitäten, Pädagogischen Hochschulen oder Fachhochschulen bekommt entsprechend der Zahl ihrer Studierenden einen gewissen Betrag zugewiesen, über den sie autonom verfügen kann. Das heißt: je mehr Studenten, desto mehr Geld.

Das Budget der ÖH Uni Wien ist damit etwa genauso hoch wie das ÖH-Bundesbudget, während sich die ÖH der Musikuni Wien mit einem Zehntel davon zufriedengeben muss. Sowohl die Bundes-ÖH als auch die Universitätsvertretungen dürfen sich selbstständig etwas dazuverdienen, mit Werbung zum Beispiel. Das Gesamtbudget beläuft sich auf knapp zehn Millionen Euro.

Beratung, Soziales, Sonderprojekte

Die Universitätsvertretungen haben grundsätzlich freie Hand und können selbst entscheiden, was sie mit ihrem Geld tun. Aufgewendet wird es für Maturantenberatung, den Sozialfonds bis hin zum Sonderprojektetopf: Dort können Studenten selbstständig Anträge stellen, die dann je nach „Relevanz“, wie ÖH-Bundesfinanzreferent Schneider sagt, genehmigt werden. Außerdem führt die ÖH Musterprozesse, das heißt, sie unterstützt Studierende, die in hochbrisanten Fällen vor Gericht ziehen und sich keinen Rechtsbeistand leisten können. Wenn etwa jemand diskriminiert wird oder vom Vermieter aus welchen Gründen auch immer seine Kaution nicht zurückbekommt.

Und was passiert, wenn am Ende ein Überschuss in den Kassen bleibt? „Das sind die Rücklagen für richtig große Projekte“, sagt Finanzreferent Schneider. „Man könnte es den Streikfonds der ÖH nennen.“ Wie groß dieser ist, bleibt im Dunkeln. Im Budget scheint dieser Posten nicht auf. Als Körperschaft öffentlichen Rechts muss die ÖH übrigens Transparenz walten lassen: Auf der Homepage sind Jahresvoranschläge und anschließende Geschäftsberichte öffentlich zugänglich.

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