Royal Bank of Scotland: Mehr Verlust als Ertrag

RBS
(c) AP (Sang Tan)

Die inzwischen verstaatlichte Großbank verliert 27 Milliarden Euro und kündigt an, faule Wertpapiere im Wert von 365 Milliarden Pfund gegen Zahlungsausfall zu versichern.

Die Royal Bank of Scotland (RBS) hat im vergangenen Jahr den höchsten Verlust in der britischen Wirtschaftsgeschichte eingefahren. Das Minus belief sich auf 24,14 Mrd. Pfund (27,2 Mrd. Euro) - noch deutlich mehr als Anfang des Jahres angekündigt.

 

Die wichtigsten Zahlen im Überblick:

Royal Bank of Scotland in Mio. €
Veränderung

2008 2007 in Mio. € in %
Zinserlöse 21.004,39 13.574,40 7.429,99 54,74
andere Erträge 8.090,20 20.579,24 -12.489,03 -60,69
Gesamterträge 29.094,59 34.153,64 -5.059,05 -14,81
Ergebnis vor Impairments -36.660,67 13.271,85 -49.932,52
Ergebnis vor Steuer -45.739,51 11.058,37 -56.797,89
Ergebnis fortgef. -43.126,76 8.759,42 -51.886,18
Periodenergebnis -38.660,44 8.673,94 -47.334,38
Konzernergebnis* -27.147,68 8.213,92 -35.361,60

*den Aktionären zurechenbar.

Allein neun Milliarden Impariments

In der GuV sind alleine neun Milliarden Euro an Impairments, also Firmenwertabschreibungen, enthalten. Die Bank kündigte ein umfassendes Umstrukturierungsprogramm an, bei dem sie sich von einem großen Teil des internationalen Geschäfts trennen will.

Noch 365 Milliarden faule Werte


Außerdem bestätigte die Konzernführung Berichte, dass sie toxische Papiere im Gesamtwert von 325 Mrd. Pfund (rund 365 Milliarden Euro) in ein staatliches Auffangprogramm auslagern werde.
RBS-Verwaltungsratschef Philip Hampton machte für die dramatischen Verluste "unvorhergesehene Turbulenzen" auf den Finanzmärkten und schlechtere Geschäftsbedingungen weltweit verantwortlich. "Wir verdanken unsere fortgesetzte Unabhängigkeit der britischen Regierung und den Steuerzahlern und sind sehr dankbar für diese Unterstützung", sagte Hampton. RBS-Vorstandschef Stephen Hester kündigte an, die Bank suche einen Weg, um aus eigener Kraft weiterzubestehen.