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Studie: Ist Ihr Kind ein „Konsum-Knirps“?

(c) APA (Jäger Robert)
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Der Medienriese Viacom untersucht die Medien-Nutzung der Kleinen. Und teilt Kinder in Lebenswelttypen ein.

Seine „Media-Mäuse“ hat Viacom, fünftgrößter Medienkonzern der Welt (MTV, Viva, Kinder-TV Nick), unter die Lupe genommen. Am Donnerstag präsentierte er seine neue (deutsche) Kinder- und Jugendstudie in Wien: u.a. über die Generationen, die die Studie als „Nick Jr.“ (Vorschulkinder) und „Mindsets 3.0“ (14- bis 29-Jährige) bezeichnet.

Bei den Drei- bis Sechsjährigen wurden vergangenen Sommer 20 Testpersönchen samt Familie in Berlin, Hamburg, München interviewt, gefilmt, zum Tagebuchführen angestiftet. Ergebnisse: Bei den Kleinen liegen in Sachen Mediennutzung Fernsehen und CD/Kassette voran („täglich“), DVDs werden „mehrmals pro Woche“ eingelegt. Dann folgen in Abstufungen Radio, Computer, Konsole, Internet (Letzteres: einmal pro Monat).

In Lebenswelttypen eingeteilt werden die Kinder folgendermaßen:
•„Retro-Racker“: traditionell erzogen, klassisches Spielzeug, Märchen, aber auch Medienfiguren („Janosch“, „Sandmännchen“, „Nils Holgersson“) spielen eine große Rolle.
•„Senior-Steppkes“: von Erwachsenenästhetik und -orientierung geprägt, vor allem lehrreicher Medienkonsum, Medienfiguren sind zwar interessant, werden aber nicht ins reale Leben „mitgenommen“.
•„Konsum-Knirpse“: Ausstattung (Kleidung, Spielzeug) spielt große Rolle, klassische Mädchen-Buben-Typologie (rosa/blau). Medienfiguren und Interessen: SpongeBob/Fußball, Barbie/Prinzessin.
•„Wirbel-Wichte“: autonom erzogen, Natur, Abenteuer spielen große Rolle. Nutzen Medienangebote, die sinnlichen Mehrwert oder wenigstens Action bieten.
•„Media-Mäuse“: mediale Vorreiter ihrer Altersgruppe, Medienfiguren sehr präsent, eigener Fotoapparat, TV, DVD, Konsole.

Für die 14- bis 29-Jährigen (über 5000 Befragte) wurden ähnliche Kategorien geschaffen: 28 Prozent von ihnen sind demnach „Prestige-orientiert“ („Bin ich nicht super?“), 26 Prozent „gesetzt“ („Zu Hause ist es am schönsten“). 21 Prozent werden als „Authentische“ beschrieben („Ich bleibe mir treu“), 13 Prozent seien „Genügsame“ („Wenn das Wörtchen ,wenn‘ nicht wär“) und zwölf Prozent „Trendsmitter“ („Wo ich bin, ist vorn“). Freunde treffen, Musik und Sex macht den Teens und Twens am meisten Spaß. Das Internet folgt auf Platz vier, Fernsehen auf Platz sechs. Noch ein Ergebnis: Klischees wie „Komasaufen“ und „Generation Porno“ seien unangebracht, das seien nur Randgruppenphänomene. trick

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.02.2009)