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Flugzeug-Crash bei Amsterdam: Rätsel um Passagierliste

NETHERLANDS SCHIPHOL PLANE CRASH
(c) EPA (Koen Van Weel)
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134 Personen waren laut Aufzeichnungen in der Boeing, die am Mittwoch in Amsterdam in ein Feld gestürzt ist. Tatsächlich waren aber 135 an Bord. Neun kamen ums Leben, 86 wurden verletzt.

Der plötzliche Absturz einer türkischen Passagiermaschine mit 135 Menschen an Bord nahe Amsterdam gibt den Ermittlern weiter Rätsel auf. Dutzende Experten setzten am Freitag die Untersuchung und Dokumentation der Wrackteile auf einem Acker in der Nähe der Landebahn fort. Zugleich mehrten sich Hinweise auf technisches Versagen als Ursache des Absturzes. Die türkische Pilotenvereinigung Talpa vermutet hingegen Turbulenzen als Ursache.

Zu den Rätseln des Fluges 1951 der Turkish Airlines von Istanbul nach Amsterdam gehört bisher, dass 134 Menschen auf der Passagierliste standen, tatsächlich aber 135 an Bord waren. Die Behörden in Schiphol haben dafür zunächst keine eindeutige Erklärung.

Neun Tote, 86 Verletzte

Die Boeing 737 der Turkish Airlines war am Mittwoch beim Landeanflug auf dem Flughafen Amsterdam-Schiphol in ein Feld gestürzt. Dabei wurden neun Menschen getötet und 86 verletzt. Unter den Toten sind mindestens zwei Angestellte des US-Flugzeugbauers Boeing. Ein weiterer Boeing-Angestellter an Bord des Unglücksflugzeugs wurde verletzt und liegt noch in Krankenhaus, so der Konzern. 

Zuvor hatten die niederländischen Behörden mitgeteilt, bei dem Absturz seien vier Amerikaner und fünf Türken getötet worden. Insgesamt waren sechs US-Bürger an Bord. Unter den Überlebenden ist auch ein Deutscher.

Zwischenergebnis am Sonntag

Ein offizielles Zwischenergebnis der Ermittlungen sei nicht vor Sonntag zu erwarten, teilte eine Sprecherin der Flugsicherheitsbehörde mit. Dennoch äußerten sich Experten zu möglichen Ursachen des plötzlichen Absturzes. Augenzeugen hatten berichtet, dass die Maschine aus knapp 100 Metern Höhe plötzlich "mit dem Heck zuerst wie ein Stein vom Himmel fiel".

Dies deute auf einen Triebwerksausfall hin, sagte Untersuchungsleiter Pieter van Vollenhoven im Fernsehen. Die Ursache dafür müsse jedoch erst noch ermittelt werden. Andere Fachleute äußerten unterdessen die Vermutung, dass es doch Probleme mit dem Treibstoff gegeben haben könnte. In dem Wrack sei kaum noch Kerosin gefunden worden. Möglicherweise hätten Warninstrumente versagt.

Piloten und Tower völlig überrascht

Den Piloten war jedoch niederländischen Medienberichten zufolge kein technisches Problem oder gar ein Ausfall der Treibstoffzufuhr bewusst. Aufzeichnungen der Kommunikation zwischen Cockpit und Flugleitung beim Landeanflug machen deutlich, dass alle Beteiligten bis zum Absturz von einer völlig normalen Landung ausgingen. Das nährt die Spekulationen der türkischen Pilotenvereinigung Talpa: Nur etwa zwei Minuten vor der verunglückten Boeing 737 sei eine Boeing 757 gelandet, erklärten Vertreter von Talpa am Freitag in Istanbul. Der Abstand zwischen den Flugzeugen sei möglicherweise zu gering gewesen. Der Tower habe den türkischen Piloten auf die Gefahr erheblicher Turbulenzen hinweisen müssen.

Talpa-Generalsekretär Savas Sen erklärte das Ergebnis der Untersuchungen zu einer "nationalen Frage" der Türkei. Aus dem Ausland werde versucht, die türkischen Piloten schlechtzumachen. Talpa ist der Verein der Türkischen Luftverkehrspiloten. Sen arbeitet für Turkish Airlines.

(Ag./Red.)